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Schwerstbehinderter wurde nicht erwürgt
Limburg-Lindenholzhausen. Der Kriminalfall um den Tod eines schwerstbehinderten Jungen in Lindenholzhausen war bisher schon außergewöhnlich – jetzt gibt es eine sensationelle Wende ...

Hinweis:
Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei
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Von Joachim Heidersdorf

Erst dachten alle, der Schwerstbehinderte sei am Essen erstickt, dann gestand die Pflegerin – nach der Beerdigung! –, den 19 Jahre alten Jungen erwürgt zu haben. Seit drei Monaten sitzt die Frau in Untersuchungshaft. Dabei hat sie den Jungen gar nicht getötet.

Das steht nun nach der Auswertung der feingeweblichen Untersuchungen im gerichtsmedizinischen Institut in Gießen fest. Der Schwerstbehinderte ist demnach an einer Lungenentzündung gestorben. «Dieses Ergebnis ist für alle sehr überraschend», sagte Oberstaatsanwalt Hans-Joachim Herrchen gestern auf Anfrage der NNP. Nach der Obduktion der exhuminierten Leiche war die genaue Todesursache zunächst unklar.

Die Pflegerin bleibt dennoch im Gefängnis. Ob die 47-Jährige wegen versuchten Totschlags oder Mordes angeklagt wird, ließ der Staatsanwalt offen.

Die Frau hatte erklärt, den 19-Jährigen am 15. Mai nach der Essensversorgung mehrere Minuten gewürgt und ihn anschließend reglos im Rollstuhl zurückgelassen zu haben. Zwei Mediziner stellten bei der Leichenschau keine Anzeichen für einen unnatürlichen Tod fest. Am 20. Mai wurde der Junge beerdigt; an seinem Grab standen neben den Eltern zwölf Geschwister – aber nicht seine langjährige Betreuerin. Die offenbarte sich wenige Tage später der Mutter.

Ein Motiv für ihr Handeln hat sie auch vor dem Limburger Haftrichter nicht genannt. Den nahe liegenden Gedanken, sie habe beim Füttern die Nerven verloren, wies die Pflegerin weit von sich.

Die 47-Jährige lebte mit der Großfamilie des Schwerstbehinderten in Lindenholzhausen seit Jahren unter einem Dach, davor angeblich mittellos am Bahnhof auf der Straße. Die Mutter des Toten hatte sie aus Mitleid aufgenommen. hei
 

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