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Lindenmühle
Vorwort | Geschichte | Die Müller | Presseartikel | Bilder | Wiederaufbau 2010

Vorwort zur Lindenmühle
Die Lindenmühle wurde bis vor ca. 20 Jahren von Willi Schmidt bewirtschaftet. Bis dahin war sie stets ein beliebter Ausflugsort der Hollesser Bürger. Willi Schmidt verstarb 1992, dessen Enkelin, Sabina De Sturler, lebt derzeit in Irland.

Anfang 1993 wurde die Mühle von der Familie Erich Kopetzky aus Niederbrechen übernommen, die sie komplett renovieren und wieder als Gaststätte in Betrieb nehmen wollte. Kurz vor Fertigstellung verstarb aber wohl der Sohn der es übernehmen sollte.

Zur Mühle gehören auch die Wasserrechte am Mühlbach. Der frühere Besitzer hatte aus der Wasserkraft die Mühe betrieben und auch Strom erzeugt. Die Mühle hat zahlreiche Nebengebäude und es sind auch noch eine Menge altertümlicher Einrichtungen und Geräte zu finden.
Leider ist das schöne Gebäude nun wieder ziemlich heruntergekommen, weil sich niemand mehr drum kümmert und weil sich manche Leute am fremden Eigentum vergreifen müssen. Mutwillig werden die Türen aufgebrochen, Elektroleitungen herausgerissen, Elektroverteilungen geplündert, Gipsverkleidungen sinnlos kaputt getreten, Fensterscheiben eingeschlagen oder gar ganze Fenster herausgerissen u.v.m. So wird wertvolles allgemeines Kulturgut geschändet!

Man kann nur hoffen, dass sich jemand der Mühle annimmt und als Investor bereit ist, diese wieder zu einem beliebten Ausflugsziel, Restaurant oder Mühlenmuseum einrichtet. Gut restauriert würde der beliebte Ort sicherlich wieder Zulauf bekommen, zumal der viel befahrene Radweg R8 direkt an der Mühle vorbei führt.

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Geschichte der Lindenmühle (Egon Eichhorn)
ANNO 1728
DIE MÜHL ZUM LINDTEN
BAUM HEISCHE ICH; DIE GE
MEIND LINDENHOLTZHAUSEN
ERBAUET MICH, DER SOLL
ICH EIGENTLICH VERBLEIBEN GOTT
WOLL ALL UNGLÜCK VON MIR
VERTREIBEN
Diese malerische Hausinschrift befindet sich an der Giebelseite des Mühlengebäudes. Sie ist überhöht von einer grünen Linde, welche begleitet wird von zwei Palmwedeln, die beidseitig vom Fuße des Stammes ausgehen. Danach ist die jetzige Lindenmühle von der Gemeinde Lindenholzhausen im Jahre 1728 erbaut worden.

Doch hat auch schon vorher jahrhundertelang an dieser Stelle eine Mühle gestanden, die 1326 und 1344 in Urkunden des Stifts Limburg und des Klosters Arnstein an der Lahn erwähnt ist. 1344 war die Mühle im Besitz von Heinrich und Gela von Holzhausen. Ein Mühlenwehr ist bereits 1380-81 [andirsite der haich uhenwendig des weris] genannt. Der Mühlgraben wird in der Grenzbeschreibung von 1697 schlicht als Wassergraben bezeichnet. Wann Wehr und Mühlgraben angelegt wurden, ist nicht bekannt; die Mühle von Heinrich und Gela von Holzhausen soll von denselben gebaut worden sein.

Nach der Inbetriebnahme der Gemeindemühle (nach 1728) gab es bald Beschwerden und Klagen der Mühlenpächter von Villmar und Niederbrechen beim kurtrierischen Oberamt in Limburg, weil die Nachbarn aus diesen Orten sich auf der Lindenholzhäuser Mühle einstellen und sich im dortigen Mahlwerk bedienen. Am meisten verdross es 1785 den Villmarer Müller, dass der Lindenholzhäuser sogar in Villmar herumfuhr und von Haus zu Haus Mehl anbot.

Wie wir 1790 erfahren, mussten von der Lindenmühle (Mahlmühle) 5 Mlt. Korn, 2 Rtl. und 6 alb. als Wasserlauf-Abgabe an die Kellerei in Limburg entrichtet werden.

Im Jahre 1816 wurde die Mühle an Johann Zimmermann für 5250 Gulden verkauft, der bis 1827 jährlich 500 Gulden Kaufgeld und Zinsen zahlen musste. 1848 geht sie in den Besitz seines Sohnes Josef Z. über. In der „Landwirtschaftlichen Beschreibung des Amts Limburg“ vom Jahre 1847 ist die Ölmühle erwähnt, deren Gebäude in den 50er Jahren dieses Jahrhunderts zu einer Gaststätte umgebaut wurde.
Anfang Juli 1881 wurde die Lindenmühle von Wilhelm Schila für 24.000,- Mark gekauft, der am 15.07.1881 einzog und sie sogleich umzubauen begann. W. Schila geriet am 28.09.1881 bei Wiederherstellungsarbeiten in ein Kammrad des Mühlenwerks und verunglückte tödlich. Im Oktober 1882 erwarben der von der Bärbacher Mühle stammende Viktor Schmidt (1850-1930) und seine Frau Karoline, geb. Schila (1853-1911), eine Schwester des W. Schila, die Mühle für 16.000,- Mk. und bezogen sie sofort. Das Paar besaß bis dahin eine Mühle in der Ruppach im Einrich. Auch Karoline Schmidt verunglückte am 28.04.1911 tödlich in der Mühle.

Der letzte Besitzer und Betreiber der Lindenmühle war Willi Schmidt, ein Enkel der genannten Müllersleute. Er hat die Mühle am 15.08.1992 gewerblich abgemeldet. Anfang 1993 wurde das gesamte Anwesen von Erich Kopetzky aus Niederbrechen erworben.

An der Nordostecke des Anwesens Lindenmühle, unmittelbar am Alten Stall- oder Großhochfeldsweg, stand bis etwa 1884/85 eine Kapelle (Patrozinium nicht bekannt), die etwa so groß wie die Wendelinuskapelle war. Die daneben stehende Linde, die der Mühle den Namen gegeben hat, hatte sich im Laufe der Jahre so weit über den Weg geneigt, dass sie zu einer erheblichen Verkehrsbehinderung wurde. Zusammen mit der inzwischen baufälligen Kapelle wurde damals auch die Linde niedergelegt. Willi Schmidt hat Ende der 60er Jahre an der alten Stelle eine neue Linde gepflanzt.

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Die Müller der Lindenmühle
Vor und nach 1734 Schmitt und seine Ehefrau Anna Maria (1689-1741)
Vor 1748 Christoph Hoffmann und Ehefrau Anna Margaretha (1668-1748)
Ca. 1748-1770 Andreas Braun (1718-1793) aus Ruppach bei Goldhausen und seine Frau Maria Elisabeth, geb. Zimmermann (1716-1778), eine Dehrner Müllerstochter Die Zimmermanns sind eine nassauische Müllerssippe, die im 18. Jahrhundert auf Mühlen in Dehm, bei Ennerich (Aumühle?) und auf der Altenberger Klostermühle bei Wetzlar vorkommt
Ca. 1770-1790 Johann Jakob Fluck (1745-1787) aus Mühlen und seine Frau Anna Margaretha, geb. Jung (1741-1801), aus Lindenholzhausen
1790-1816? Johann Georg Göbel (1769-1818), Gerichtsschöffe aus Lindenholzhausen (ab 1816? Land- und Gastwirt im Dorf) und seine 1. Frau Agnes, geb. Fluck (1771-1809), eine Tochter des Müllers J. Jakob Fluck
1816-1847 Johann Zimmermann (1785-1847) und seine Frau Margaretha, geb. Esel (1790-1866) aus Niederbrechen
1848-1870? Josef Zimmermann (* L. 22.12.1822), oo L. 9.2.1845 mit Margarethe Kollas aus Niederbrechen (* ebd. 16.7.1823)
1870?-1881 Gesellschaftsmühle
1881 Wilhelm Schila (+ L. 28.9.1881)
1882-1930 Viktor Schmidt d. Ä. (1850-1930) und Karoline, geb. Schila (1853-1911)
1930-1950 Viktor Schmidt d. J. (* 25.4.1879. + L. 2.9.1950)  und Karoline Elisabeth, geb. Schmidt (* 29.11.1880, L. 4.7.1958)
1950-1992 Willi Schmidt (+ L. 23.12.1992)
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Presseartikel

vom 31.05.2007: Einst ein Schmuckstück, nun ein Problemfall

Limburg-Lindenholzhausen. „Die Mühl zum Lindtenbaum heische ich, die Gemeind Lindholtzhausen erbauet mich, der soll ich eigentlich verbleiben. Gott woll all Unglück von mir vertreiben.“ So steht es auf einer Ornament-Tafel am Hauptgebäude der Lindenmühle am Emsbach. Ganz und gar scheint das Unglück aber nicht an dem historischen Gebäude vorbeigegangen zu sein: Die Fensteröffnungen sind mit Brettern vernagelt, Putz blättert, Unkraut wuchert. Zwischen den Dachziegeln eines Nebengebäudes klafft ein großes Loch.
Schon seit geraumer Zeit ist die Lindenmühle unbewohnt. Das hat ihr sichtbar nicht gut getan. Derzeit suchen die Eigentümer nach einem Käufer für die umfangreiche Immobilie. Das dürfte nicht einfach werden. Denn um das Gebäude wieder bewohnbar zu machen und auf heutige Standards zu bringen, werden „erhebliche Investitionen“ nötig sein, schätzt Markus Saal, bei der Stadt Limburg zuständig für den Denkmalschutz.

Genauer als die zu erwartenden Kosten kann er den Denkmalwert der 1728 erbauten Lindenmühle beschreiben. Kernstück ist das Wohn- und Betriebsgebäude. Denn der Bau aus Bruchsteinmauerwerk und Fachwerkobergeschoss enthält einen besonderen Schatz: die weitgehend erhaltene Betriebsanlage des Mahlwerks.

Doch derzeit ist die Mühle weniger ein Schmuckstück, sondern eher ein Problemfall. „Das Objekt liegt im Außenbereich. An solchen Gebäuden sind Vandalismus und Einbruch fast an der Tagesordnung“, sagt Markus Saal. Das lasse sich bei einem unbewohnten Haus auch nur schwer verhindern. Innenverkleidungen und Elektroinstallationen, die ein Vorbesitzer angebracht habe, seien weitgehend zerstört worden. „Alles rausgerissen“, bilanziert der Denkmalschützer.

Zudem setzen auch Wind und Wetter der Anlage zu. So seien vergangenes Jahr Schäden am Scheunendach festgestellt worden, berichtet Saal. Die Besitzer müssten diese abdichten, damit das Bauwerk nicht weiter leide. Seinen Angaben zufolge haben die Eigentümer, die in der Gemeinde Brechen leben, im vergangenen Herbst bekundet, die Anlage verkaufen zu wollen, nachdem sie lange Zeit an der geerbten Mühle festgehalten hatten. Für die NNP waren sie nicht zu erreichen.

Auf einen möglichen neuen Besitzer kommt keine kleine Aufgabe zu: Schließlich müssen die ausgedehnten Gebäude auf dem insgesamt rund 3000 Quadratmeter großen Grundstück nicht nur grundlegend renoviert, bewohnbar gemacht und auf Dauer erhalten werden. Darüber hinaus muss der neue Besitzer den Vorgaben des Denkmalschutzes gerecht werden. „Die Lindenmühle steht als Gesamtdenkmal unter Schutz. Zusätzlich sind das Haupthaus und ein Teil der Scheune noch einmal Einzel-Kulturdenkmäler“, erklärt Markus Saal. Das schränkt bauliche Änderungen, vor allem am äußeren Erscheinungsbild, deutlich ein. „Vielleicht ließe sich ja wieder eine gastronomische Nutzung verwirklichen“, spekuliert der Denkmalpfleger. (Autor: Volker Thies)

vom 31.05.2007: Die Geschichte der Lindenmühle

Limburg-Lindenholzhausen. Die Lindenmühle hat eine lange Geschichte hinter sich. Zwar wurde der heutige Hauptbau 1728 errichtet, aber die erste urkundliche Erwähnung einer Mühle an dieser Stelle datiert auf 1326. Josef Jung, der sich intensiv mit der Geschichte seines Heimatorts befasst hat, geht sogar von einem noch älteren Ursprung aus. „Auf den Resten der alten Mühle wurden immer wieder neue Häuser errichtet. Die Kellermauern sind meterdick und gehen auf das Mittelalter zurück.“

1728 entstanden zunächst das Mühlen-Hauptgebäude und der Stall. Anfang des 19. Jahrhunderts kam ein Erweiterungsschub, in dem einige Nebengebäude errichtet wurden. Dann gab es noch einmal eine intensive Bauphase nach 1881, als die letzte Müllers-Familie die Lindenmühle kaufte. In erster Linie diente die Lindenmühle als Getreidemühle. „Der letzte Müller Willi Schmidt hat da noch bis vor ungefähr 15 Jahren gemahlen“, erinnert sich Josef Jung. Allerdings schon zu diesem Zeitpunkt nicht mehr im großen Stil. „Das war vor allem für Öko-Leute, die ihr eigenes Brot gebacken haben. Außerdem wurde für die Landwirte in der Umgebung geschrotet, für die Schweinezucht.“

Zu früheren Zeiten muss die Lindenmühle ein einträgliches Geschäft gewesen sein. „Vom Müller Zimmermann hieß es, dass er jeder seiner drei Töchter zur Hochzeit eine Schürze voll Geld mitgegeben habe“, berichtet Josef Jung. Schließlich habe die Lindenmühle einen großen „Kundenkreis“ gehabt. „Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es alleine in Lindenholzhausen 110 Vollbauern. Dazu kamen noch die Nachbarorte.“

Das kleinere Gebäude vor dem Haupthaus war ursprünglich eine Ölmühle, wurde aber um 1950 zu einem beliebten Ausflugslokal. „Die Lindenmühle hatte eine eigene Wasserversorgung und einen eigenen Stromgenerator, mit Gleichstrom. Da ist dann zwischendurch ab und mal das Licht kurz ausgegangen. Das war sehr urig“, erinnert sich Josef Jung. (vt)
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Bilder vom Zustand (Juni 2007)
Bilder der Lindenmühle finden Sie [hier].

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Wiederaufbau 2010

vom 19.01.2010: Das Jahr der Lindenmühle (von Johannes Laubach)

Das lange verlassene Gebäude im Emsbachtal erhält mit neuen Eigentümern eine Zukunft

Limburg-Lindenholzhausen. Die Zeit des Verfalls ist vorbei. Die Lindenmühle am Emsbach unterhalb von Lindenholzhausen hat eine Zukunft, es ist nicht zu übersehen

Eine stolze und lange Geschichte liegt hinter der Mühle am Emsbach. Lange sah es danach aus, als würde es keine Zukunft geben. Doch sie ist da, sie hat noch im vergangenen Jahr angefangen, ausgelöst durch einen Besitzerwechsel. «In diesem Jahr werden schon deutliche Veränderungen zu sehen sein», sagt Daniel Persy von der Eigentümergemeinschaft, die die Mühle erworben hat. 2010 könnte das Jahr der Lindenmühle werden.

In zwei Jahren sollen die Arbeiten weitgehend abgeschlossen sein, gibt Persy den Zeitrahmen vor. Die ehemalige Futterküche ist schon einmal so weit hergerichtet, dass er sie schon nutzen kann. Der neue Miteigentümer wohnt zeitweise auf der Mühle, das ist ganz praktisch für den Fortgang der Arbeiten.

Wer an die Mühle denkt, hat wahrscheinlich nicht so sehr das klappernde Mühlrad vor Augen, sondern vielmehr die Gastwirtschaft etwas abseits des geschlossenen Mühlenkomplexes. Ab dem Frühsommer sollen wieder Gäste bewirtet werden, das ist zumindest das Ziel. Der gastronomische Bereich war dort, wo sich in der Vergangenheit die ausgelagerte Ölmühle befand. Dort wird er auch in Zukunft sein. «Die Gebäudesubstanz ist noch gut», sagt Persy. Von der Technik in der Ölmühle ist allerdings nichts mehr vorhanden. Zwischen dem Hauptgebäude und dem künftigen und ehemaligen Bereich der Gastwirtschaft verläuft der Radweg, der am Emsbach entlang führt.

Dem historischen Komplex Rechnung tragen, das ist das erklärte Ziel von Persy und seinen Mitstreitern. Das ist gar nicht so einfach. In der Denkmaltopographie der Stadt wird noch eine fast vollständig erhaltene Mühlentechnik aufgeführt. Doch die ist nur noch in Bruchteilen vorhanden. Vieles ist nach Einschätzung von Persy durch Vandalismus in den vergangenen Jahren zerstört worden, anderes ist abhanden gekommen. Der Komplex liegt abseits des Ortes, da hat sich vieles abgespielt, was weder gut für die Einrichtung noch gut für die Gebäude war.

Beliebter Treffpunkt mit «Burn Room»


Die Mühle war offenbar auch ein beliebter Treffpunkt. In einem Bereich sind überall die Wände beschmiert. Über einer Tür steht «Burn Room» und wer ihn betritt, weiß auch warum. Unübersehbare Brandspuren befinden sich auf dem Boden. Vermutlich ist Öl aus einem Ofen gelaufen und ist dann entzündet worden oder hat sich entzündet, vermutet Persy.

In einem anderen Raum steht eine Kloschüssel direkt neben einem Tafelklavier. Ein Arrangement des Zufalls? Auf jeden Fall ist das Klavier stark beschädigt und die Kloschüssel nicht angeschlossen. Vielleicht lässt sich aus dem Klavier noch etwas machen, das andere geht auf den Müll. Wo die Biedermeier-Eingangstür der Mühle gelandet ist, weiß hingegen niemand. «Gestohlen», vermutet Persy. Es ist einiges weggekommen in den vergangenen Jahren.

Anderes hätte besser nicht den Weg in die Mühle gefunden. Beton und Stahl. Eingebaut offenbar mit dem Ziel, Wohnraum zu schaffen. Ausgerechnet im ältesten Teil, der eigentlichen Mühle. Und wer Beton und Stahl verarbeitet, braucht Platz. Dafür musste einiges an Mühlentechnik weichen. Das ist unwiederbringlich verloren, lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Mehr oder weniger gescheiterte oder nicht vollendete Versuche, Wohnungen zu bauen, gibt es auch noch an anderen Stellen.

Manches wird abgerissen

«Das alte Mühlengebäude und der Stall aus Bruchstein stehen als Einzelgebäude als Einzeldenkmal unter Denkmalschutz», sagt Persy. Diese beiden Gebäude sollen künftig bewohnt werden, auch die Scheune aus Bruchstein. Die ehemalige Futterküche und das Gesindehaus sollen als Büro und Lager dienen. Anderes wird verschwinden. Ein Zwischenbau an der Scheune zum Beispiel oder eine Remise, das Toilettenhaus aus den 50er Jahren ist schon abgerissen.

Die Dächer und die Entwässerung, das stand für Persy ganz oben auf der Agenda. Da hat sich schon einiges getan. Der neue Eigentümer zeigt sich dabei angetan von der Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und deren Abteilungen, die das Projekt begleiten. Bisher gab es keine Hindernisse, sondern nur Unterstützung. Das trifft auch auf die Stadtverordnetenversammlung zu, die den neuen Eigentümern eine Fläche von über 20000 Quadratmeter verkaufte, um das Grundstück abzurunden.

Auch wenn die Zeit der klappernden Mühlräder an der Lindenmühle unwiderruflich vorbei ist, die Wasserkraft des Emsbachs soll weiter genutzt werden. Stromerzeugung ist vorgesehen mit einer 15- Kilowatt-Anlage. Mit den pro Jahr produzierten 100 000 Kilowattstunden können nach Angaben von Persy rund 30 Haushalte versorgt werden. jl

GESCHICHTE Erste Mühle um 1326

Die Mühlengeschichte an diesem Platz unterhalb von Lindenholzhausen geht bis in das 14. Jahrhundert zurück. Die erste urkundliche Erwähnung einer Mühle datiert aus dem Jahr 1326. Bauherr der heute noch bestehenden Mühle im Jahr 1728 war die Gemeinde. Errichtet wurden neben dem Wohnhaus auch das Betriebsgebäude sowie der Stall. Auf einer Ornamenttafel mit der Abbildung einer Linde mit Palmwedeln befindet sich die Jahreszahl des Baubeginns. Im Laufe der Zeit wurden die Gebäude mehrfach verändert, vor allem in den 1880er Jahren.

Das Wohn- und Betriebsgebäude besteht aus einem Bruchsteinmauerwerk mit Fachwerkobergeschoss und Krüppelwalmdach. Ein kleinerer Wohntrakt ist dem Gebäude angefügt. Der Stall besteht aus einem unveränderten Bruchsteinbau des 18. Jahrhunderts mit Fachwerkobergeschoss. Die Stallungen weisen vier Ochsenaugenfenster aus Werksteinen auf. Die Scheune schließlich ist ein mehrfach erweiterter und veränderter Bruchsteinbau an der Ostseite des Hofes.

Ein Blick aus einem der Ochsenaugenfenster des Stalls auf den Hof, der durch die Fahrzeuge der Handwerker recht klein wirkt. Fotos: Laubach (4)Ein Blick aus einem der Ochsenaugenfenster des Stalls auf den Hof, der durch die Fahrzeuge der Handwerker recht klein wirkt. Foto: Laubach
 

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