Limburg-Lindenholzhausen. Für zahlreichen Diskussions- und Gesprächsstoff hatte sie in den vergangenen Monaten gesorgt, die Bundesstraße 8 in Lindenholzhausen. Inzwischen ist die Baumaßnahme in der Frankfurter Straße, bei der unter anderem die Abwasserkanäle und der Straßenbelag erneuert werden, gut voran gekommen. Die Arbeiten liegen voll im Zeitplan, sagt Manfred Hastrich vom Tiefbauamt der Stadt Limburg auf Nachfrage der NNP ...
Hinweis: Verwendung der Artikel der Nasauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.

... 185 Arbeitstage sind angesetzt, «ein gutes Drittel» der 1,87 Millionen Euro teuren Baumaßnahme inzwischen abgearbeitet. Rund 300 Meter Betonkanal mit einem Durchmesser von 70 Zentimetern seien im Zuge des ersten Bauabschnitts im unteren Bereich der Frankfurter Straße in Richtung Niederbrechen bereits verlegt worden, zwischen der Hausnummer 2d bis zur Hausnummer 20. Derzeit ist man nach Hastrichs Angaben dabei, vom Hauptkanal ausgehend die Hausanschlüsse zu erneuern, also die Abwasserkanäle für Regen- und Schmutzwasser. Das gehe «etwas schneller», weil bereits der Hauptkanal verlegt wurde und jetzt nur noch die Hausanschlüsse auf die Grundstücke gezogen werden müssen.

Von Anfang November an folgt die gegenüberliegende Straßenseite, analog der jetzigen Strecke wird die Baustelle von Haus 1 bis zur Mensfeldener Straße errichtet. Dieser Bauabschnitt soll nach Worten von Hastrich «noch vor Weihnachten» inklusive des Kreuzungsbereichs bewältigt werden. Der Bauzeitplan sieht für kurze Zeit auch eine Vollsperrung des Kreuzungsbereichs Anfang oder Mitte Dezember vor, an einem Wochenende soll das ausgeführt werden.

Eine Kolonne hat inzwischen mit der Herstellung der neuen Straßenoberfläche begonnen. Die Bordsteinführung mit Bordsteinen und Rinne ist fast komplett. Die Frankfurter Straße wird von 8,50 Meter Breite auf 6,50 Meter reduziert, um Platz für Geh- und Radwege zu schaffen. Noch bis Ende Oktober soll eine lärmmindernde Asphalt-Feinschicht aufgetragen werden.

Einigen Aufruhr bei einigen Anwohnern gab es vor ein paar Tagen, als sie erkannten, dass im Bereich der Albanusstraße die Bordsteine fortlaufend hoch gesetzt werden sollten, berichtet Ortsvorsteher Franz-Josef Zeidler (CDU). Auto-, Rad- und Rollerfahrer hätten dann über einen Absatz von rund acht Zentimeter in die Albanusstraße wie auch die benachbarten Seitenstraßen fahren müssen. Deshalb haben sich die Verantwortlichen und Bauleute in der vergangenen Woche mit den Anwohnern zusammengesetzt mit dem Ergebnis, dass die Bordsteine abgesenkt werden, «eine deutlich geringere Höhe haben», sagt Zeidler. Das betrifft neben der Albanusstraße auch die Straßeneinmündungen Fallbornstraße, Schulstraße, die Fahnenstraße und Bischof-Hilfrich-Straße.

Von Sascha Braun

Die höhere Bordstein-Rinnenanlage ist nach Worten des Ortsvorstehers jedoch aus zwei Gründen erforderlich: einmal zur Absicherung für den geplanten Radweg. Und außerdem, damit bei Regen das Wasser die Rinne bergab abfließen kann und nicht in die Seitenstraßen hineinfließt.

Aufwendige Bauarbeiten wie in der B 8 können natürlich – über so einen langen Zeitraum – nicht immer reibungslos laufen. Beispielsweise musste die Fahrroute der Müllabfahr angepasst und eine neue Route für die einzelnen Straßenzüge erstellt werden, erklärt Hastrich. Einigen Bürgern ist auch die Verkehrsregelung mit der einspurigen Verkehrsführung und einer Ampelanlage sauer aufgestoßen. Die Regelung der Schaltzeiten der Ampelanlage sei anfangs «etwas schwierig» gewesen, gibt Hastrich zu. Aber inzwischen sei sie den Erfordernissen angepasst, auf den Berufsverkehr morgens und abends zugeschnitten worden.

Franz-Josef Zeidler ist als Ortsvorsteher nicht nur jemand, der viel über die Baumaßnahme weiß, sondern durch sein Haus in der Frankfurter Straße 19 derzeit unmittelbar betroffen ist. Er weiß: «Allen Verkehrsteilnehmern, die an der Ampel stehen, ist jede Minute zu lang.» Die Ampelanlage sei inzwischen so geschaltet, dass auch in Richtung Limburg, wo die Straße leicht bergauf führt, eine längere Grünphase eingerichtet wurde, im Durchschnitt sind es 250 Sekunden für beide Fahrtrichtungen. Besser ließe sich das nicht einrichten, sagt Zeidler, «weil zu viel Verkehr über die Bundesstraße führt und die Baustelle zu lang ist». Zwar sei im Vorfeld geprüft worden, ob die Baustelle in Richtung Limburg vielleicht verkürzt werden könne. Das sei aber nicht möglich wegen der bestehenden Ampelanlage in der Ortsmitte. Und dass die Baumaßnahme wegen der Kanalerneuerung unbedingt erforderlich war, stehe außer Frage. Wie Hastrich sagt, ist die Ampelschaltung erst kürzlich bei einer Baustellenbegehung nochmals getestet worden: «Es läuft außerhalb des Berufsverkehrs recht ordentlich.»

Ortsvorsteher Zeidler hat selbst schon einmal unfreiwillig ganze 35 Minuten an der Ampelanlage warten müssen, «weil jemand den Stecker der Ampel gezogen» hatte. Einmal war das Kabel nach Zeidlers Kenntnis durchgeschnitten, zwei Mal der Stecker gezogen und ein Mal manipuliert. «Das waren böse Buben», sagt der Ortsvorsteher, deshalb wurde auch bei der Polizei Strafanzeige gestellt.

Eine erfreuliche Mitteilung kann der Ortsvorsteher zu der im Bau befindlichen Teilortsumgehung machen. Die 1,4 Kilometer lange Strecke wird von der B 8 vor dem Ortseingang in Richtung Brechen am Supermarkt und der Wohnbebauung vorbei auf die Landstraße 3448 Richtung Eschhofen führen. Der genaue Termin stehe zwar noch nicht fest, aber vermutlich in der ersten Dezemberwoche wird die Straße für den Verkehr freigegeben.

Die Fahrzeugschlange wälzt sich auf der Hauptstraße in Lindenholzhausen an der Baustelle vorbei. Der Hauptabwasserkanal im unteren Bereich der Frankfurter Straße ist so gut wie fertiggestellt, jetzt folgen die Anschlüsse an die jeweiligen Grundstücke und das Setzen der neuen Bordsteine. Durch die Verengung der Fahrbahn werden später Geh- und Radwege (im linken Bereich des Bildes) eingerichtet. Die Arbeiten an der Teilortsumgehung kommen gut voran (rechts): Voraussichtlich schon in der ersten Dezemberwoche kann die neue Fahrbahn für den Fahrzeugverkehr freigegeben werden. Fotos: Braun (2)