Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.
Zum Abschluss richten die Grundschulkinder ein Büfett an
Es herrscht ungewohntes und emsiges Treiben im Klassenzimmer der 3 a der Atzelschule. Heute steht Knabbergemüse mit Kräuterquark auf dem Stundenplan. In Tischgruppen bereiten die Kinder ihre Zutaten und Arbeitsgeräte vor. Sie schälen, schnippeln und rühren. Mit dabei ist Kirsten Breser, Landfrau aus Niederbrechen. Sie gibt Hilfestellungen, wo es nötig ist, und immer wieder Impulse für spannende Erfahrungen und Aha-Erlebnisse.
Kinder erleben den Küchenalltag
Das Konzept des «aid-Ernährungsführerscheins» ist einfach: Die Kinder sind im Rahmen des Schulunterrichts mitten drin im Küchenalltag. In sechs bis sieben Doppelstunden bereiten sie köstliche Salate, fruchtige Quarkspeisen und andere kleine Gerichte zu. Sie lernen dabei, wie man einen Küchenarbeitsplatz einrichtet, üben Zerkleinerungstechniken, den Umgang mit Küchengeräten, wie man Rezepte liest und umsetzt – und das alles im eigenen Klassenzimmer. Das Üben von praktischen Fähigkeiten, der Spaß am Selbermachen und das Lernen mit allen Sinnen stehen dabei im Vordergrund.
Die Lehrer haben sich für die Umsetzung dieses Projekts tatkräftige Unterstützung von Kirsten Breser geholt, einer externen Fachkraft des Deutschen Landfrauenverbandes. Im sogenannten Teamteaching nehmen Lehrerin und Fachkraft die Verantwortung für Unterrichtsgestaltung gemeinsam wahr.
Die Landfrauen fordern schon seit langem, dass die Kinder frühzeitig lernen müssen, wie man sich gesund und ausgewogen ernährt. Diese Kenntnisse gehören zu hauswirtschaftlichen Grundkompetenzen, die genauso wichtig sind wie Leben und Schreiben, weil davon einerseits die persönliche Lebensqualität abhängt und andererseits der Zustand der gesamten Gesellschaft. Denn ernährungsbedingte Krankheiten bereits im Kinder- und Jugendalter belasten nicht nur die Sozialkassen, sondern die gesamte Gesellschaft. Es ist also eine gesellschaftspolitische Forderung, dass hauswirtschaftliche Kenntnisse an allgemeinbildenden Schulen wieder unterrichtet werden. Diese Forderung stellen die Landfrauen auf allen Ebenen an Politik und Schulverwaltung. Es ist deshalb sehr erfreulich, dass das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz durch finanzielle Förderung Grundschulen die Möglichkeit eröffnet, eine Landfrau zur Umsetzung der Unterrichtsreihe zu engagieren. In den nächsten Wochen werden die Kinder ein kleines kaltes Büfett herstellen und können damit ihre Gäste bewirten. Dies ist zugleich die praktische Prüfung und der würdige Abschluss des «aid-Ernährungsführerscheins». Wer den Test besteht, bekommt danach das heiß ersehnte Führerschein-Dokument mit Passfoto und Schulstempel. Damit haben die Kinder einen großen Schritt gemacht auf dem Weg zu mehr Selbstständigkeit und mehr Ernährungskompetenz.
Die Durchführung des Ernährungsführerscheines ist mit Hilfe einer geschulten Landfrau möglich. Nähere Informationen bekommen interessierte Grundschulen unter: http://www.aid.de, http://www.landportal.de oder Telefon: (0 30) 2 84 49 29 10.
Kirsten Breser zeigt den Kindern, wie das Essen zubereitet wird.