Limburg-Lindenholzhausen. Das Schöne an internationaler Folklore ist: Jeder Beitrag ist eine Botschaft. 16 Botschafter-Ensembles boten am Samstag einen sehr bunten Abend mit einzigartigen Überraschungen ....

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Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei
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Von Anken Bohnhorst-Vollmer
Flamenco gehört natürlich auch zu einem internationalen Festival.Bild:Flamenco gehört natürlich auch zu einem internationalen Festival.

Die jungen Sänger von Vox Angelica aus Schweden hatten sich auf den Trommelregen eingestellt, der am Samstagabend über dem Limburger Land niederging. Sie kamen in gelben Regenjacken auf die Bühne, was immerhin lustig aussah und ein wenig darüber hinwegtröstete, dass ihr Gesang von dem lauten Geprassel auf dem Zeltdach ebenso weggespült wurde wie die bulgarischen Volkslieder der Folklore-Gruppe Chemmerrika aus Sofia. Dabei boten gerade diese bulgarischen Stimmlagen ein interessantes Hörerlebnis; das klang fast ein bisschen metallisch und war doch von weicher Romantik. Sehr viel vertrauter war dagegen der Beitrag des Kinderchors Perpetuum mobile aus Kaunas in Littauen. Diese Sänger zwischen sechs und 16 Jahren präsentierten ihr Volkslieder-Repertoire musikalisch auf hohem Niveau.

Überschäumendes Temperament bewies Camerata Vocal Universidad de Costa Rica aus San José. Dieser gemischte Chor hatte sichtlich selbst Vergnügen an der originellen Inszenierung, zu deren Besonderheiten die Instrumentierung gehörte: Neben Klavier- und Gitarrenbegleitung hatte das Ensemble ein Eselsgebiss in sein Percussion-Set aufgenommen. Auch das lateinamerikanische Lied über die Hoffnung auf eine gute Kaffeebohnenernte präsentierte dieser Chor mitreißend schwungvoll und ausgelassen.

Genauso fröhlich traten die Sänger des Franciscan Choir aus Kampala, Uganda, auf. Sie sangen und rappten von Dankbarkeit, Freundschaft und Zuversicht und vom harten Leben der Fischer, deren Schicksal bei heftigstem Dauerregen an diesem Abend nur allzu gut vorstellbar war.

Den eindrücklichste Vokal-Beitrag des Konzerts lieferten indes die Sänger des Manila Vocal and Dance Ensembles von den Philippinen. In prunkvollen Gewändern und mit Kopfbedeckungen, die wie hellbunte Sonnenstrahlen glitzerten, trugen sie ihre Lieder vor. Wundervoll kräftig und mit meisterlicher Perfektion nuanciert waren diese Musikbeiträge, die von Tanzdarbietungen aus Portugal und Bulgarien eingerahmt wurden. Da formierte sich zunächst die portugiesische Folkloregruppe aus Mainz zu hübsch ansehnlichen Schreittänzen, ehe die Tanzgruppe Lazarka bulgarische Folklore nachreichte. Auch die Volkstänzer der kroatischen katholischen Mission, Wuppertal, sowie Hellas Gevelsberg, die Tanzgruppe des griechisch-deutschen Sport- und Kulturvereins, und schließlich die Brackley Morris Men aus Northhampton zeigten heimische Choreographie – so retteten die Tänzer, wo die Chöre vom stürmischen Regen "weggetrommelt" wurden.

Stürmisch waren aber auch die Tänze des Flamencogruppe Alma Gitana, der ungarischen Truppe Siebenschritt, die mit einem beeindruckenden Klatsch- und Springtanz auftraten, sowie das grelle Tanzensemble Barabushki-Kazachok aus dem lettischen Riga. Ihnen folgten schließlich die Eurasian Artists der Turkish Folk Dance Academy aus Stuttgart. Rasant und elegant wirbelten diese buntgekleideten Tänzer über die Bühne – das war sensationell: Ein Hauch von orientalischer Bewegungskunst, eingewoben in moderne, schnelle Tanzschritte.

Spektakuläres zeigte das koreanische Trommelensemble So-Ri aus Dortmund, Minutenlang trommelten drei Frauen in grün-weißen Seidengewändern auf verschiedenen, um sie herumgehängten Trommeln und verbreiteten eine Energie, die ausreichen dürfte, um die Musik-Begeisterung in Lindenholzhausen mindestens bis zum nächsten Harmonie-Festival zu befeuern.

Artikel vom 05. Juni 2011, 18.50 Uhr (letzte Änderung 06. Juni 2011, 04.38 Uhr)


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Die Versammlung wählte jeweils einstimmig mit einer Enthaltung Barbara Bäcker (CDU) zur neuen Ortsvorsteherin und Kurt Weyhrauch (SPD) zu ihrem Stellvertreter.