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Sauerborn - Lubentiusbrunnen

Vorwort
Den Sauerborn oder "Lubentiusbrunnen", wie er offiziell seit der Namensgebung durch Baron August von Rottkay seit Ende des 19. Jahrhunderts heißt, kennt jeder Lindenholzhäuser.
Ihm verdanken die "Hollesser" auch ihren Spitznamen "Kruggelsche" oder "Kruggeltje". Dieser kommt von den Sauerbornskrügen, den Steingutkrügen aus dem nahen "Kannenbäckerland", in denen der Sauerborn immer geholt wurde.
Er ist aus der Geschichte von Lindenholzhausen nicht wegzudenken. Lesen Sie nun die spannende Historie zum "Sauerbrunnen". Der Text wurde größtenteils aus dem entsprechenden Artikel im Buch "Lindenholzhausen", Herausgeber: Verschönerungsverein Lindenholzhausen, sowie auch aus einem Bericht von Reinhold Gabb in der Festschrift zum 60 jährigen Bestehen der Feuerwehr aus dem Jahre 1992 entnommen. Der letzte Teil ab der Übernahme von der Stadt Limburg wurde vom Webmaster ergänzt und wird auf einem aktuellen Stand gehalten.
Die eingebundenen Bilder sollen den Text verdeutlichen.
Weitere Informationen über Mineralwasserbrunnen und insbesondere über deren Krüge und Brunnenmarken finden Sie auf der HomePage http://www.mineralwasserkruege.de von Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. . sowie im "Der Mineralbrunnen 1986" - Heft 10 - Artikel "Zum Lindenholzhausener Sauerbrunnen" von Heinz Nienhaus.

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Erste Erwähnung des Sauerborns im Jahr 1380
Bereits 1380-81 ist eine Zelg der Dreifelderwirtschaft in Lindenholzhausen nach dem Sauerbrunnen (Sauerborn) benannt: "Daz velt gen dem Surenburn un geyn Bergin". Diese Zelg wird 1323 "Treiser Feld" (1323 "zu Treysse"; 14. Jh. "datz felt geyn dem dreyße") bezeichnet. Beides bedeutet nach DITTMAIER dasselbe: Treis/Dreis kommt von "drehen, sprudeln, wallen", heißt Sauerbrunnen, Mineralbrunnen.

Die Wege zum Sauerbrunnen nannte man im Mittelalter Treiser Pfade; erst im 17./18. Jahrhundert bezeichnet man sie als Sauerbornspfade. Der "Treiser" oder "Dreiser Berg", der z.T. öde (driese) Hügel östlich des Säuerlings mit seinen Driescherflächen ist aber eher nach dem Sauerborn (Dreisbrunnen) als nach seinen Ödlandschaften (Driescher, Dreischer, Drießer) benannt.

Wirtschaftliche Bedeutung erlangte der Lindenholzhäuser Sauerbrunnen erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Der Fiskus von Kurtrier, dem der Brunnen bis 1802 gehört haben soll, hatte es nicht nötig ihn auszubeuten, denn die Einkünfte aus dem staatlich-kurtrierischen Niederselterser Mineralbrunnen stellten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts mehr als ein Zehntel der gesamten Landrenteinnahmen des Kurfürstentums dar.

Trotzdem müssen die Bewohner von Lindenholzhausen seit alters das Wasser ihres Sauerborns sehr geschätzt haben, denn der Brunnen hatte, wie wir sehen werden, eine sehr alte Quellfassung.

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Der Sauerborn als Heilquelle
Der Sauerborn scheint auch über die nähere Umgebung hinaus bekannt gewesen zu sein. Nach einer Nachricht im Limburger Anzeiger Nr. 128 vom 7. Juni 1896 soll er bereits seit 1630 als "Heilquelle gegen Nieren- und Blasensteine, Leberkrankheiten, Gallensteine, Magen- und Darmkatarrh, Gicht, Hamgries, Verstopfung und Fettsucht" geschätzt gewesen sein. So hielt sich nach Zeugenaussagen vom 17.12.1694 und 24.02.1696 der Prälat von Eberbach mit zwei Konventualen im Herbst 1694 "in der Chur" in Lindenholzhausen auf Es war dies der Abt Alberich Kraus (Abt v. 1667 bis 11.05.1702). In den Fragen und Antworten zum Behuf einer allgemeinen Amtsbeschreibung heißt es am 04.08.1788: "kein Erz findet sich hier (in Lindenholzhausen), aber wohl Sauerwasser, nur aber zu unserem Trunk". Obwohl der Limburger Apotheker Dr. J. Wolff im Jahre 1820 eine erste chemische Analyse des Sauerbrunnen-Wassers vorgenommen und in Trommsdorffs "Neuem Journal der Pharmacie" veröffentlicht hatte, interessierte sich zunächst nur die Fachwelt der Geologen und Balneologen für den Brunnen, aber kein Unternehmer.

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Erste Wasseranalyse 1820
In der Einleitung zur Veröffentlichung seiner "Analyse des Mineralbrunnen bey Lindenholzhausen im Amte Limburg" gibt der Limburger Apotheker Dr. J. Wolff im Jahre 1820 eine anschauliche Beschreibung des baulichen und hygienischen Zustandes des Sauerborns:

"Der Brunnen liegt in einem Wiesengrund 1/4 Stunde von dem Dorfe Lindenholzhausen. Das Äußere des Brunnens ist mit einer 3 Schuh (1 Schuh = 12 Zoll = 30 cm) hohen Mauer umgeben, der Brunnen selbst ist mit Eichenholz eingefasst und über dem Spiegel des Wassers ist ein Rost von demselben Holz angebracht. Die Quelle sprudelt nicht stark und anhaltend; ist tief 14 Schuhe, oben etwa 3 Schuhe weit. Unten im Brunnen befindet sich nach einer Seite ein Gewölbe, welches 5 Schuh breit ist, worin die meisten Quellen entspringen. Wie viel Wasser in einer bestimmten Zeit hervorquillt, konnte ich nicht bestimmen, weil ich von der jährlichen Reinigung des Brunnens nicht benachrichtigt war.

Das Wasser ist im Brunnen immer etwas gelblich trüb; beim Stehen in Krügen wird es jedoch bald hell. welches wohl zum Teil von den Bestandteilen des Wassers herrühren kann, aber auch andern Unreinlichkeiten zugeschrieben werden muss, indem rund um die Quelle der Boden so schlecht angebracht ist, dass alles Ausschwenkwasser der Krüge wiederum in die Quelle zurückfließt. Der Geschmack ist angenehm, anfangs süßlich, hierauf anhaltend laugenartig und prickelnd auf der Zunge. Es ist haltbar und friert im Winter ein. Die Wände des Brunnens und der Ablaufsröhre sind mit gelblichem Absatz belegt, letztere ist 2 Zoll tief und 5 Zoll breit".

Seit dieser Veröffentlichung von Apotheker Dr. Wolff Limburg, findet aber der Lindenholzhäuser Sauerbrunnen in der gesamten Brunnenliteratur des 19. Jahrhunderts immer wieder Erwähnung. In fast allen einschlägigen Handbüchern wird die Wolff`sche Analyse abgedruckt. Man bezeichnet den Brunnen zusammen mit den Quellen von Fachingen, Geilnau, Dinkholder Brunnen (bei Braubach/Rhein), Marienfels, Oberlahnstein, Bad Soden/Taunus und Kronthal bei Kronberg/Ts. als " alkalisch-salinisches Stahlwasser oder Säuerling".

In einer Schrift "Über Bäder und Brunnenkuren besonders an den Mineralquellen des Taunusgebirges, namentlich Bad Ems, Schlangenbad, Wiesbaden und Bad Schwalbach" vom Jahre 1834 wird auch wieder der Sauerbrunnen aufgeführt:

"Das Lindenholzhäuser Mineralwasser bis jetzt wenig gekannt und benutzt, auch nicht gehörig gefasst, enthält nach der ungenügenden Untersuchung des Apothekers Wolff ...". 1847 heißt es noch immer lapidar "Das Wasser dient hauptsächlich den Bewohnern des Dorfes und den arbeitenden Landleuten der Gegend zum Trunke".

Am 24. und 27 November 1855 hat der Apotheker Dr. Wolff "bei regnerischem Wetter" abermals Sauerbrunnenwasser entnommen und chemisch analysiert. Wir wollen uns die Wiedergabe der ermittelten Werte ersparen, dagegen aber die Beschreibung der Quelle mitteilen:
Die Quelle in einem Wiesenthal (Dobachtal) vorkommend, liegt einige Minuten südlich von dem Dorf Lindenholzhausen und kommt in einem 20' bis 25' (= Zoll; 1 Zoll = 2,5 cm) tiefen, unten etwas gemauerten Bassin zu Tage. Das Wasser der Quelle ist grüngelblich trübe, meist schmutzig und wird sein ruhiger Spiegel nur hier und da durch aufsteigende Gasblasen wenig bedeckt. Das Wasser wird von den Bewohnern des Orts, sowie auch von denjenigen in der Umgegend zum Trinken benutzt. - Nach der bezeichneten Analyse ist die Quelle als schwacher Säuerling zu bezeichnen".

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Beschreibung des Brunnens vor 1900
Der aus Lindenholzhausen stammende Jesuitenpater und Biologe, Professor Dr. Joseph H. Rompel S. J. (1887-1941) schildert in einem Aufsatz über seine Schulzeit am Konvikt in Hadamar den Zustand des "Sauerborn" in der Zeit nach 1890: "Gut 10 Minuten von meinem Heimatdorf entfernt war auch ein Sauerborn. Ein wirklicher ordentlicher Brunnen befand sich hier. Eine etwas ausgetiefte Kreisfläche von wohl neun Meter Durchmesser war mit großen Steinplatten belegt und ringsum von einer Mauer umrahmt, die an einer Seite für den einmündenden Weg offen war. In der Mitte der Kreisfläche befand sich der gefasste Brunnen, der stets bis oben gefüllt war und einen seitlichen Abfluss hatte. Viele Dorffamilien waren dem Sauerborn so zugetan, dass sie täglich in weißblauen Steingutkrügen oder in den braunen Selterswasserkrügen - das nahe "Kannenbäckerland" lieferte beide - hier ihren ganzen Bedarf an Trinkwasser holten. Kinder, Frauen und Männer sah man namentlich im Sommer zahlreich zum Sauerborn kommen. In der Hand, in Körben, an Riemen über den Schultern trugen sie ihre zwei, vier oder sechs Krüge. Am Brunnen angekommen, stellten sie die Krüge am Brunnenrand auf, knieten neben dem Brunnen nieder, tauchten die Krüge einen nach dem andern ganz unter Wasser und ließen diese glucksend sich füllen. Waren der stets offene Brunnen und diese Art des Füllens nicht gerade appetitlich, auch gesundheitlich nicht ganz einwandfrei, so war wenigstens durch sich kreuzende Eisenstangen, die über die Brunnenöffnung gingen und an den Randsteinen befestigt waren, dafür gesorgt, dass unvorsichtig am Rande kniende Kinder nicht hineinfallen konnten. Natürlich ist heute [1929 d. Verf.] die ganze Fassung des Brunnens eine andere, eine "zeitgemäße" geworden. Oft flogen beim Heimtragen der Krüge und Flaschen die Korken durch den Kohlesäure-Gasdruck davon.

Diese Sauerbornskrüge brachten den Lindenholzhäusern in den Nachbardörfern den Spitznamen "Kruggelsche" oder "Kruggeltje" ein. Die "Wiese mit der darin befindlichen Quelle" soll nach einem Schreiben des ehemaligen Brunnenpächters, Baron August von Rottkay, vom 07.05.1902 an das Landratsamt in Limburg "von 1872 bis zu dem Identifizierungsverfahren im Jahre 1884" dem Gerichtspförtner Julius Bartholomae gehört haben. Dann hat wohl die Gemeinde ihre Besitzrechte an der Quelle wieder geltend gemacht. Zwischen dem Baron von Rottkay und der Gemeinde war im Jahre 1902 wegen dieser Frage noch ein Verfahren vor dem Landgericht in Limburg anhängig. Auf einem amtlichen Lageplan des Limburger Katasteramts vom 05.05.1902 ist aber die Gemeinde noch als Eigentümerin des Brunnens eingetragen.

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Übernahme durch Baron von Rottkay 1894
Baron von Rottkay hatte im Jahre 1894 den Sauerbrunnen für 150,- Mark jährlich von der Gemeinde gepachtet. Er kaufte alles Land um den Brunnen herum und entlang des Sauerborngrabens bis zur Frankfurter Chaussee an und baute den Weg vom Sauerborn bis zum Stundenstein an der B 8 (sog. Rottkays Weg) in 6 m Breite chausseemäßig aus. Der Weg gehörte dem Brunnenbesitzer (Privatweg); auch die Strecken, die auf Niederbrecher Gebiet liegen. - Links dem Nauheimer Pfad errichtete er eine Schutzhütte für den Brunnenaufseher und einen Pferdestall. Außerdem erbaute er 1903 das dortige Wohnhaus.

Krugettikett und Zeitungsanzeige von August von Rottkay

Bild: Krugettikett und Zeitungsanzeige von August von Rottkay (Quelle: Buch "Lindenholzhausen")


SauerbornskrugBild links: Sauerbornskrug (Eigentümer: Ottmar Hellbach) mit Verkaufsmarke (Eigentümer: Franz Rompel) (Quelle: Bernhard Rompel) - Laut Meldung der NNP vom 20.10.2009 gibt es derzeit lediglich nur noch 3 Stück, die im Besitz folgender Eigentümer sind: Ottmar Hellbach, Bernhard Heun und Bernhard Rompel

August von Rottkay ließ 1895 auch die Quelle des Sauerbrunnens neu fassen. Dazu wurde ein Schacht bis in etwa 10-11 m Tiefe gegraben und dann Zementrohre von 80 cm Innendurchmesser senkrecht aufeinander gesetzt, so dass ein Quellschacht von insgesamt 8,25 m Höhe entstand. 0,55 m desselben ragte über den Boden des Füllschachts des Brunnenhauses hinaus und ermöglichte dadurch die Installierung von Abfüllhähnen. Das Rottkaysche Brunnenhaus hatte eine Breite von 15,50 m. Zu dem darin befindlichen Füllschacht, der 3,20 m tief war, führte von der Außenwand zur Mitte eine Treppe hinab.

Brunnenmarke vom Lindenholzhäuser Lubentiusbrunnen um 1895 Bild rechts: Brunnenmarke und Krugaufschrift vom Lindenholzhäuser Lubentiusbrunnen um 1895 (Quelle: Heinz Nienhaus)

Aus Gründen der Werbung gab von Rottkay dem Brunnen den Namen "Lubentiusbrunnen". Er brachte das Wasser in braunen etikettierten Tonkrügen (in der Art der heutigen Steinhägerkrüge) in den Handel.

Am 23. Oktober 1896 ließ er von dem renommierten Wiesbadener Chemischen Laboratorium des Geh. Hofrats Professor Dr. R. Fresenius eine neue "Chemische Analyse" des Wassers vornehmen nebst "einer Beurteilung des Mineralwassers und einer Vergleichung desselben mit anderen alkalischen Säuerlingen".

KrugettikettBild: Krugettikett (um 1900) und Werbeinserat (1896) von August von Rottkay (Quelle: Buch "Lindenholzhausen")

Auf dem Ettikett steht unter anderem (incl. dem beschädigten, nicht lesbaren Teil:
Lubentiusbrunnen Lindenholzhausen - Hessen-Nassau. Höchste Auszeichnungen. - Man befrage den Hausarzl. Von der gesamten Ärztewelt stets warm empfohlen. Als hervorragendes, wohlschmeckende und bekömmliches Tafel- und Medicinal-Wasser. Laut Analyse des Geh. Hofrats Professor Dr. R. Fresenius in Wiesbaden übertrifft die obige Quelle an doppelt kohlens. Lithion außer Niederselters und Gieshübel die Fachinger Quelle. Laut gerichtlich Urtheil vom 10. Juni 1898 des Kgl. Schöffengerichts in Wiesbaden ist der Lubentius-Brunnen in Bezug auf Heilkraft gleichwertig der Fachinger Quelle.

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Verkauf an Wolf & Co. 1903 und Namedy-Sprudel GmbH 1913
Noch im Jahre 1903 verkaufte August von Rottkay seinen Lubentiusbrunnen für 40.000,- Mark an die Firma Emil Wolf & Co. in Bad Kreuznach, die ihn 1913 an die Namedy-Sprudel GmbH in Berlin und Andernach verpachtete, die ihn etwa 1914/15 übernahm.

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Neufassung des Brunnens 1913
Die Qualität und Menge des Sauerbrunnenwassers befriedigte auf die Dauer nicht. Nachdem man daher im Jahre 1905 eine Versuchsbohrung vorgenommen hatte, entschloss man sich 1913 zu einem Brunnenneubau. Im Auftrage der Namedy-Sprudel GmbH wurde Anfang Juni 1913 von der Firma Baltzer, Diez/Lahn, mit der Aushebung einer riesigen Baugrube für eine Quellen-Neufassung begonnen. Die Grube hatte am Ende die Form eines ellipsenförmigen Trichters mit einer Bodenfläche von 9 x 11 m, einer Tiefe von 11 m und einer oberen Öffnung von 28,5 m Durchmesser.

Baugrube im Jahre 1913 Bild: Baugrube im Jahre 1913 (Quelle: Buch "Lindenholzhausen")

In den Kiesschichten fanden sich Knochenreste von Wildtieren (Bison und Wildpferd - eiszeitliche Fundschicht siehe "XXX" im Bild).

In etwa 6-7 m Tiefe fand sich seitlich der Rottkay'schen Fassung "ein aufrechter hohler Eichstamm (siehe "X" im Bild) mit mehreren Nebenstämmen in eine Kiesbettung eingesetzt und mit Kies, Steinen, Holz und Moos gegen die frühere Grubenwand abgestrebt und gedichtet. In diesem hohlen Stamm, wohl einer alten Quellfassung, und in seiner Umgebung treten zahlreiche Mineralwasserauftriebe zu Tage" (Auszug aus dem Bericht des Bergrats Huhn, Diez, vom 24.07.1913).

Auf dem Grubenboden (Tonschicht) errichtete man sodann den sog. Quellenhaus-Unterbau (Füllschacht). In einem zweiten Bauabschnitt sollte dann der Quellenhaus-Oberbau über dem Erdboden folgen; dieses Bauvorhaben unterblieb. Auf dem Schachtboden (Tonschicht) waren insgesamt 11 einzelne, bedeutendere Quellenauftriebe vorhanden, die folgendermaßen gefasst wurden:

Metallrohre mit ProbezapfhähnenBild: Metallrohre mit Probezapfhähnen (Quelle: Bernhard Rompel)

Mehrere kleine Wasseradern eines Einzelauftriebs wurden mit einer 50 cm breiten Glocke aus Stampfbeton überdeckt und der Hohlraum mit grobem Kies ausgefüllt. Von jeder der 11 Glocken gehen senkrechte Steigrohre (glasierte Tonröhren) durch eine 2 m dicke Tonschicht und einen 1 m dicken Betonboden nach oben in das sog. Reservoir, wo Metallrohre mit Probezapfhähnen senkrecht auf den Tonrohren sitzen. (Anmerkung: Diese befinden sich im Geschoss unterhalb der heutigen Zapfstelle).

Die Gesamthöhe des Quellenhaus-Unterbaus (Füllschacht) beträgt bis zur Sohle 11 m. Der Grundriss des Bauwerkes ist ellipsenförmig (6 x 8 m). Als sich kurze Zeit später im Betonboden zwei Quellenauftriebe zeigten, wurden diese auf die gleiche Art gefasst.

Kleiner Außenfüllschacht bis ca. 1983Bild: Abfüllgrube für die Haustrunkholer, später mit Betoneinfassung bis etwa 1983 (Quelle: Verschönerungsverein Lindenholzhausen)

Alle 13 Steigrohre fasste man zu einem Gesamtsteigrohr zusammen und führte es nach oben, außen in die Abfüllgrube für die Haustrunkholer aus dem Dorf (Anmerkung: Diese befand sich bis etwa 1983 in nördlicher Richtung etwa 8-10 m vom Füllschacht). In den Dreißiger Jahren wurde der Ton aus der Quellkammer unter dem Betonboden entfernt, die Fassungen erneuert und zu 2 Gesamtsteigleitungen zusammengefasst, die ebenfalls oben ausliefen.

Seit dem Abschluss der Bauarbeiten im Jahre 1914/15 war der Sauerbrunnen nicht kommerziell genutzt worden. Etwa zur gleichen Zeit ging der Brunnen in den direkten Besitz der Namedy-Sprudel GmbH über, deren Inhaber der Geheimrat Dr. jur. Josef Rosentllal in Berlin war.

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Übernahme durch die Stadt Limburg 1972
Im Jahr 1971 verhandelte die Gemeinde Lindenholzhausen mit dessen Erben, Herrn und Frau Dr. Karl Heim in Leonberg/Württemberg, über den Rückkauf des Brunnengeländes für das Dorf. Die Verhandlungen wurden durch die Eingemeindung des Dorfes in die Stadt Limburg unterbrochen.

In dem Grenzänderungs- und Auseinandersetzungsvertrag zwischen der Stadt Limburg und der Gemeinde Lindenholzhausen vom 30.11.1971 verpflichtete sich die Stadt Limburg im § 10, Absatz 3, den Sauerbrunnen im Jahre 1972 zum Preis von 100.000,- DM zu erwerben. Der Gesamtpreis sollte in zwei Jahresraten von je 50.000,- DM in den Jahren 1972 und 1973 gezahlt werden. Die Bürger des Stadtteils Lindenholzhausen dürfen nach diesem Vertrag weiterhin ihren Haustrunk kostenlos holen.

Bereits vor der Eingemeindung von Lindenholzhausen zu Limburg, hatte die Gemeinde im Jahre 1971 den Quellenhausunterbau, der nach der Anlage der Autobahn Frankfurt-Köln Ende der Dreißiger Jahre voll Grundwasser lief, auspumpen und reinigen lassen. Es wurde eine automatische Pumpe installiert, die eindringendes Grundwasser jeweils auspumpt. Im Zuge dieser Renovierung wurden im Füllschacht-Oberstock (= oben offenes Stockwerk) an den zwei Steigleitungen Zapfhähne angebracht, die jedermann zugänglich sind. So erfreut sich nun der Sauerborn in ordentlichem und hygienisch einwandfreiem Zustand wieder großer Beliebtheit und regen Zuspruchs.

Aus einem Bericht vom 2. Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr, Reinhold Gabb, in der Festschrift zum 60 jährigen Bestehen der Feuerwehr aus dem Jahre 1992 kann hierzu folgendes entnommen werden:
"Es begann hauptsächlich damit, dass die Außenzapfstelle am Sauerborn versiegte und die Bürger von Lindenholzhausen auf ihren geliebten Sauerborn verzichten mussten. Da hat auf Initiative des damaligen Wehrführers, Willi Birkhölzer, die Freiwillige Feuerwehr den großen Füllschacht ausgepumpt, was sich als recht schwierige Arbeit darstellte, denn der Brunnen ist immerhin so tief, dass das Wasser von oben nicht herausgepumpt werden konnte. Die Männer der Wehr mussten also die schwere Tragkraftspritze, die etwa 4 Zentner wiegt, über die alte Treppe, von der keiner wusste, wie belastbar sie noch war, hinab tragen. Diese alte Treppe wurde ja auch später durch eine Stahlgittertreppe, die leider nicht von jedem problemlos begangen werden kann, ersetzt. Das Wasser im Brunnen war stark verschmutzt. Wer von uns hatte denn nicht auch schon ein paar Steine in das große geheimnisvolle Becken geworfen? So kam so mancher Unrat - sogar ein Seitengewehr - zum Vorschein. Da musste ein Bagger der Firma Willibald Rompel zum Einsatz kommen, um die ganzen Dreckmassen herausholen zu können. Das Becken wurde dann gereinigt und von der Stadt Limburg (die Gemeinde Lindenholzhausen war seit 1972 als Stadtteil von Limburg eingegliedert) eine Zapfstelle errichtet, die mit abstellbaren Zapfhähnen versehen war, was einer Quelle, die ständig laufen will, nicht gefiel. Man konnte fast darauf warten, dass die Quelle, von der in der unteren Ebene des großen Beckens 13 gefasst sind, ihren Dienst versagte. Es wurde auch eine Tauchpumpe installiert, die das Becken von Sauerborn freihalten sollte. Die Pumpe ist leider so primitiv installiert und wird auch offensichtlich nicht regelmäßig gewartet, so dass die Pumpe öfter ausfällt oder Kinder ziehen den Stecker der Pumpe heraus und der Füllschacht (Brunnenoval) läuft wieder einmal voll. Dann wird die Feuerwehr gerufen, die schwere Pumpe nach unten getragen, Schläuche verlegt und der Sauerborn ausgepumpt. Die Bürger können dann wieder trockenen Fußes ihren 'Haustrunk' holen. Die schöne alte Schwengelpumpe, mit der früher der Sauerborn per Hand leergepumpt wurde, ist demontiert worden! - WARUM? - Wo doch heute alles Alte, Rustikale, erhalten werden soll. Man hätte sie herrichten können und sie wäre ein Schmuckstück im Becken des Sauerborns!"

Zapfstelle und alte Schwengelpumpe

Feuerwehr beim Auspumpen
Bild links: Zapfstelle und alte Schwengelpumpe im Füllschacht (Quelle: Reinhold Gabb)
Bild rechts:
Feuerwehr beim Auspumpen (Quelle: Reinhold Gabb)

Die Stadt Limburg hat im Jahre 1983 die gesamte Brunnenanlage sanieren und eine neue Treppe einbauen lassen. Außerdem wurde rund um den Brunnen eine ansprechende Grünanlage geschaffen, in deren Mittelpunkt die vom Verschönerungsverein 1947 gepflanzte große Trauerweide steht.

Sauerborngelände Bild: Gelände des Sauerborns (Quelle: MGV HARMONIE)

Der Limburger Taunusklub hat im Jahre 1974 eine von Dieter Bruhne geschaffene schöne Tafel mit einem Spruch des größten griechischen Chorlyrikers Pindaros (etwa 520-445 v. Chr.) gestiftet, die jetzt in der Nähe des dortigen Parkplatzes steht. Die Inschrift lautet:

"Keine der Gaben der Erde dünkt uns den Wassern gleich, die aus den Quellen sie spendet"

 

 

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Neue Handpumpe 1983
Im Jahr 1983 versiegte der Sauerborn. Der Grund hierfür war wahrscheinlich das Anbringen von abstellbaren Zapfhähnen. So suchte sich die Quelle einen anderen Weg. Es gab Risse in den Betonwänden des untersten Stockwerkes im Füllschacht.

Um Abhilfe zu schaffen wurde zunächst ein 38 m tiefes Loch neben dem Füllschacht gebohrt, da die Ader angeblich in dieser Tiefe verlaufen soll.

Bohrung für neue Handpumpe Bild: Bohrung für neue Handpumpe (Quelle: Bernhard Rompel)

Der untere Teil des Loches wurde anschließend mit Tonkügelchen verfüllt. Oben auf das Loch wurde dann eine "Berliner-Handpumpe" aufgesetzt. Der Wunsch, dass man nunmehr wieder den guten alten Sauerborn zapfen kann, zerschlägt sich, da anscheinend Grundwasser beigemischt ist und der so geförderte Sauerborn nicht mehr richtig schmeckt. Hierzu schreibt Reinhold Gabb:

"Es wurde für viel Geld, über 40 000,-- DM, ein neues Brunnenloch außerhalb des Beckens von fast 40 m Tiefe gebohrt und im Herbst 1983 eine neue Pumpe installiert. Die Pumpe wurde aber von den Bürgern nicht angenommen. Am Anfang war es kaum möglich, Flaschen an diesem "Monstrum" zu füllen. Später wurde Abhilfe geschaffen durch ein Auslaufrohr, mit dem man drei Flaschen gleichzeitig füllen kann. Es wäre auch besser, wenn der Schwengel auf der Seite wäre! Leider hat die Pumpe noch einen Nachteil: sie muss in der Frostperiode, die ja recht lange anhalten kann, entwässert werden und ist somit für diese Zeit nicht zu benutzen. Auch die Wasserqualität ist nicht die gleiche wie an der Zapfstelle im Füllschacht."

Da die Entwässerungspumpe im Füllschacht abgestellt war, lief dieser wieder wie früher voll.

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Geplante Verfüllung und die erste Rettung 1984
Weil das Wasser aus der Handpumpe nicht richtig schmeckte, wurde 1984 beschlossen, den unteren Teil im Füllschacht mit Beton und den Rest mit Tonerde abzudichten und zu verfüllen. Man hoffte, dass der Sauerborn sich dann den Weg zum neuen Bohrloch suchen würde. Oben auf dem Füllschacht sollte ein Pavillon errichtet werden.

Verfüllung des unteren Stockwerkes Bild: Verfüllung des unteren Stockwerkes im Füllschacht mit Beton - man sieht deutlich die undichten Stellen (Quelle: Bernhard Rompel)

Weil das Wasser aus der Handpumpe nicht richtig schmeckte, wurde 1984 beschlossen, den unteren Teil im Füllschacht mit Spezialbeton und den Rest mit Tonerde abzudichten und das gesamte Brunnenoval zu verfüllen. Man hoffte, dass der Sauerborn sich dann den Weg zum neuen Bohrloch suchen würde. Auf dem verfüllten Brunnenbauwerk sollte anschließend ein Pavillon errichtet werden.

Und nun geschah das 'Wunder'. Nachdem die Betonverfüllung abgebunden hatte, sprudelte auf einmal der Sauerborn in der unteren Etage aus einem der 13 Steigrohre. Werner Uhe und Bernhard Rompel, beide aus der Stiegelstraße, versuchten durch die Anbindung eines neuen Rohres an das betreffende Rohr den Sauerborn wieder an die gewohnte Entnahmestelle neu anzuschließen. Tatsächlich reichte der eigene Druck gerade so aus, damit in alter gewohnter Weise an der Zapfstelle der kostbare Sauerborn geholt werden konnte.


Bernhard Rompel hielt diesen historisch wichtigen Moment fest. Er schrieb:
"Schon gleich am nächsten Tag, nachdem der Beton eingefüllt war, sollte das Loch mit dem Zapfstellenbereich und Treppenaufgang schnellstens mit Tonerde zugefüllt und dem Boden gleich gemacht werden. Dies lies mich nicht ruhen, so dass ich mir noch am Tag, an dem der Beton eingefüllt wurde, die Sache noch einmal ansehen wollte. Da hörte ich ein Rauschen und Wasserplätschern. Dieses Plätschern brachte mich auf den Gedanken, dass es von der alten Quelle irgendwo herausdrücken könnte. Ich hob den Deckel zum Stockwerk unter der Zapfstelle hoch, stellte die Leiter vorsichtig prüfend auf den teils schon abgebundenen Beton und stieg die Leiter hinab. Leider konnte ich durch den gestiegenen Wasserstand nicht hinein und weil es schon düster geworden war, konnte ich auch nichts erkennen. Deshalb holte ich mir zu Hause Gummistiefel, eine Taschenlampe und meine Fotokamera mit Blitzlicht sowie für alle Fälle eine Flasche. Abermals stieg ich mit den Gummistiefeln die Leiter hinab in das steigende Wasser und ging mit der Taschenlampe auf das Plätschern zu. Was ich da entdeckte, konnte ich kaum glauben. Aus den Flanschen von zwei der insgesamt 13  Steigrohre drückte Wasser heraus (siehe Bilder)."

Der Sauerborn drückt aus einem Rohr

Der Sauerborn drückt aus einem Rohr
Bilder: Der Sauerborn drückt aus einem Rohr (Quelle: Bernhard Rompel)

"Im Nachhinein kann man sagen, welch ein Glück, dass die Schrauben der Flansche nicht richtig angezogen und deshalb undicht waren. Schnell versuchte ich dieses Wasser und stellte fest, dass der alte echte Sauborn heraus sprudelte. Durch den Beton waren anscheinend alle Undichtigkeiten abgedichtet worden. Anschließend füllte ich die Flasche voll. Das Wasser war trüb und milchig von dem Dichtungsmittel bzw. dem Zement im frischen Beton. Aber nach einer kurzen Zeit setzte sich die Trübe ab und das Wasser wurde glasklar. Zum Beweis schoss ich noch ein paar Fotos. Eine große Freude über diese Entdeckung stieg in mir hoch, denn jetzt musste die beschlossene Befüllung unbedingt verhindert werden, ansonsten wäre es für alle Zeit mit unserm "Kruggelsche" oder Sauerborn vorbei gewesen! Unser historischer alter Quelleneingang musste nun als Symbol offen bleiben! Wie gerufen, kam mir auf dem Heimweg zufällig Ortsvorsteher Bernd Bendel (SPD) entgegen, den ich sogleich informierte. Ich wollte auch den ehemaligen Ortsvorsteher Bruno Ehlert (CDU) in Kenntnis setzen, dies hat Bernd Bendel jedoch dann im Anschluss übernommen. Gleich am nächsten Tag wurde eine Sitzung einberufen, an der städtische Vertreter sowie auch der Ortsbeirat und ich teilnahmen. Hierbei schilderte ich ausführlich meine Entdeckungen. Die Verfüllung wurde zunächst gestoppt und ein Ortstermin fand statt.

Unter der Leitung des 1. Stadtrats, Dr. van Riesen, wurde zwischen den Vertretern der Stadt, weiterer Ortsbewohner und der Feuerwehr sowie den Mitgliedern beider Fraktionen eine harte Debatte geführt. Van Riesen verteidigte vehement das 40.000 DM teure Bohrloch mit der Pumpe, die nach seiner Ansicht das Problem "Sauerborn" für die Zukunft ausreichend gelöst hätte. Er musste sich viele Gegenargumente anhören. So hielt ich ihm unter anderem vor, dass er eine alte Tradition und die Geschichte der Gemeinde sowie die Herkunft unseres "Spitznamens" für ewig begraben wolle. Er berichtete, dass die Stadt für 6.000 DM Gutachten erstellen lies, die ergäben hätten, dass eine Renovierung der alten Fassungen zu teuer werden würde. Zudem werde die geplante Verfüllung mit Tonerde dazu führen, dass der Sauerborn in das Bohrloch gedrückt würde. Hierzu entgegnete ich, dass sich eine Quelle sicherlich nicht durch 6-8 Meter gewachsenen Boden drücke, sondern sich den leichtesten Weg suchen würde. Man hätte auch sicherlich eine Menge Geld sparen können, wenn man den ortsansässigen Handwerker und den ein oder anderen Bürger mit der Abdichtung beauftragt hätte. Nach langem Ringen hin und her wurde unserem Bestreben stattgegeben. Allen die dabei waren (siehe Bild) und sich mit großem Kampfgeist eingesetzt haben ist es zu verdanken, dass es gelungen ist, die Befüllung zu verhindern."

Ortstermin zur Rettung des Sauerborns Bild: Ortstermin zur Rettung des Sauerborns (Quelle: Bernhard Rompel)

"Werner Uhe und ich erklärten uns noch bei der Besprechung bereit, zur Probe ein Rohr von den zwei Flanschen zur Zapfstelle zu verlegen. Dem wurde von Seiten der Stadt zugestimmt. Zunächst probierten Werner und ich mit einem Schlauch aus, wie hoch der Sauerborn drückte. Es reichte gerade so bis zur Zapfstelle. Dann ersetzten wir den Schlauch durch ein Kupferrohr."

Im Laufe des Jahres wurde von Bernhard Rompel das Zapfrohr aus Kupfer, an dem auch heute noch gezapft wird, um einige Zentimeter erhöht, so dass auch wieder große Flaschen darunter gestellt werden konnten.


Etwas später kam sogar eine "zusätzliche Zapfstelle" hinzu. An mehreren Stellen floss aus dem Mauerwerk des Füllschachtes Wasser. Weil Bernhard Rompel weitere undichte Stellen verhindern wollte, setzte er an einer stärker betroffenen Stelle ein Ablaufrohr als Fassung in das Mauerwerk ein. Auch hieraus läuft klarer Sauerborn. Leider, so berichtete Bernhard Rompel, wurde das Rohr von Vandalen zwei mal herausgeschlagen. Das dritte, von ihm eingesetzte Rohr, hat jedoch bis heute gehalten. Laut Fresenius wird auch der aus diesem Rohr herauslaufende Sauerborn - wie auch der aus der Zapfstelle - regelmäßig untersucht.

Zapfstelle im Füllschacht Bild: Zapfstelle im Füllschacht (Quelle: MGV HARMONIE)

Reinhold Gabb schrieb zudem noch:
"Das Sauerbornbecken wurde vor einigen Jahren neu gestrichen, sieht aber in der Zwischenzeit wieder schlimm aus. Vielleicht wird es mit dem Dorferneuerungsprogramm wahr, dass der Sauerborn noch einmal ordentlich renoviert wird. Leider schwebt schon wieder eine Gefahr über dem Sauerborn, die wahrscheinlich schlimmer ist als die Autobahn, die in unmittelbarer Nähe des Brunnens verläuft. Es gibt nämlich Pläne, dass die neue Schnellbahn der Bundesbahn zwischen Autobahn und Sauerborn verlegt werden soll. Damit würde die Bundesbahnstrecke doch sehr nahe an den Brunnen rücken! Und was die Bauarbeiten und der spätere Betrieb der Strecke auf die Aktivität der Quelle für Auswirkungen haben wird, kann heute wohl noch niemand abschätzen. Hoffentlich bleibt uns unser SAUERBORN noch lange erhalten."

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Bau der ICE-Trasse 1999
Hierzu sei auszuführen, dass die Bedenken von Herrn Gabb nicht unbegründet waren. Mit viel Aufwand wurde das Gelände vorher untersucht und der Unterbau der neuen ICE-Trasse geplant. Der Untergrund auf dem sehr wasserhaltigen Boden mußte besonders befestigt. Die Erde wurde im Jahr 1999 ca. 8 m ausgekoffert und das Loch mit Splitt, Steinen und Erde befüllt. Zur Hangsicherung wurden Baslatsteine, die in Drahtkörbe eingebunden sind, verwandt. Auch die Schnellbahntrasse konnte den Sauerborn nicht abhalten, weiter zu laufen.

Ab etwa 1999 tat sich ein neues Problem auf. Hierzu schrieb Reinhold Gabb:
Das Gelände des Sauerborns wird zunehmend besonders an Wochenenden verbotswidrig als Lager- und Grillstätte genutzt. Hiergegen ist eigentlich grundsätzlich nichts einzuwenden, wenn dies nur sporadisch vorkäme und die hygienischen Verhältnisse gewahrt blieben. Dies scheint jedoch nicht der Fall zu sein. Es wird berichtet, dass fast an jedem Wochenende eine solche "Belagerung" stattfindet. Besonders schlimm ist, dass die schmutzigen Teller mit Essenresten im Füllschacht gereinigt werden und dass sich aufgrund fehlender Toiletten der Notdurft nicht in ausreichend hygienischer Weise entledigt wird. Hoffentlich fühlt sich die Stadt aufgerufen, diesen untragbaren Zustand zu unterbinden. Zudem sei dazu aufgerufen, den Sauerborn pfleglich zu erhalten, damit sich auch unsere Nachkommen noch an dem kühlen, frischen Wasser laben können."

Es verging über ein Jahr, bis die Stadt Limburg ein Schild in mehreren Sprachen aufstellen ließ, dass die Lagertätigkeit bei Strafandrohnung verbot. Die Belagerungen nahm danach ab.

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Verlegung der Zapfstelle in den Außenbereich 2005
Bei der Ortsbeiratsitzung am 22.01.2004 wurden im Rahmen der Verwendung von Mitteln aus dem Programm ''Sofortmaßnahmen in allen Stadtteilen'' Vorschläge über die Sanierung des Sauerborns Lindenholzhausen gesammelt. In dieser und weiteren Sitzungen dachte man über die Möglichkeit nach, die Zapfstelle des Sauerborns nach oben zu verlegen. Begründet wurde der Gedanke damit, dass vor etlichen Jahren der Sauerborn schon einmal außerhalb der Anlage abgefüllt wurde.
Kleiner Außenfüllschacht bis ca. 1983Bild: Abfüllgrube für die Haustrunkholer, später mit Betoneinfassung bis etwa 1983 (Quelle: Verschönerungsverein Lindenholzhausen)
Bis etwa 1983 zapfte man das Sauerwasser über einen kleinen ausgehobenen Schacht. Dieser war etwa 6 Meter vom Brunnenoval in Richtung Lindenholzhausen entfernt. Vier Treppentritte führten ins Schachtinnere, in dem seitlich zwei Zapfrohre saßen, die von der unteren Quellenfassung direkt nach oben führten. An beiden Leitungen füllten die Sauerbornholer ihre Flaschen. Aus der Erkenntnis von damals kam man zu dem Entschluss, dies wieder möglich zu machen. Mit einer gleichartigen Lösung würde der Treppengang nach unten in das Oval zum Tiefbecken erspart. Zudem war das Tiefbecken oft verunreinigt, unsauber und beschmiert. Faktisch stellte es vielseits ein Dreckloch dar. Nach eingehenden Beratungen, wie das Vorhaben vollzogen werden könne, beschloss der Ortsbeirat zunächst durch einen Versuchstest zu ergründen, ob der natürliche Quellendruck für die Wasserförderung nach oben ausreicht.


Hierzu schrieb Bernhard Rompel:
"Diesbezüglich informierte ich, dass ein derartiger Versuch unnötig sei, da die Quelle keinen ausreichenden Druck für eine erhöhte Entnahme besitzt. Meine Aussage begründete ich mit meiner vor einiger Zeit durchgeführten Erhöhung des Auslaufrohrs auf die von mir ausgelotete, höchstmögliche Stelle. Trotz allem wurde die Durchführung des Tests angeordnet. Dieser wurde daraufhin einige Zeit später durch die Fa. Schang vorgenommen. Hierbei waren der Ortsvorsteher Herr Zeidler und ich als Betreuer anwesend."

Es wurde ein durchsichtiger Schlauch längerer Abmessung auf das Auslaufrohr aufgesteckt. Selbst nach einer Einlaufzeit von ca. 25 Minuten war der Schlauch noch nicht einmal ganz voll gelaufen. Der Versuch konnte daher, wie von mir erwartet, als Fehlschlag gewertet werden. Das investierte Geld hätte man sich sparen können. Nach dieser misslungenen Aktion kam die neue Idee auf, den Sauerborn über eine Zwischenpumpe nach oben zu fördern. Die Pumpe sollte dabei nach Meinung der Experten direkt an das untere Auslaufrohr angeschlossen werden. Von der Pumpe aus sollte das Sauerbornwasser durch ein Rohr direkt nach oben an die außen gelegene Zapfstelle geführt werden. Von dort aus war die Abfüllung vorgesehen.

Bernhard Rompel äußerte sich hierzu wie folgt:
"Abermals äußerte ich mich und brachte meine sehr großen Bedenken zur beabsichtigten Vorgehensweise zum Ausdruck. Allein die Logik gibt folgendes vor:

  • An einen natürlichen Quellenzulauf, der unbeständig stark emporquellt und manchmal sogar kurzzeitig vollständig aussetzt, kann auf keinen Fall eine fest verbundene Pumpe angeschlossen werden.
  • Über dem natürlichen Quellenzulauf sitzt eine betonierte Glockenfassung, die in den Lauf der Quelle eingefügt ist. An dieser Glocke sitzt im oberen Bereich das nach oben führende Auslaufrohr. Durch den Sog der Pumpe, der stets vorhanden wäre, würde alles Wasser nach oben angezogen. Dieser Sog könnte somit den unregelmäßigen Lauf noch verstärken (einmal stark und viel Durchlauf, dann wenig bis gar kein Durchfluss). Beiläufig würde auch alles Unreine, beispielsweise der Absatz, der sich im Quellenraum befindet, angesaugt.
  • Der Sog könnte zudem zur Undichtigkeit der Quellenfassung führen.

Wenn überhaupt, dann ist ein Pumpen nach oben nur von einem Zwischenbehälter (z.B. eines Fasses) her möglich. Von dem natürlichen Auslauf der Zapfstelle muss das Sauerbornwasser zunächst ungehindert in ein Fass laufen. Letzteres muss wegen dem hohen Eisengehalt aus Kunststoff bestehen. Die Verbindung von der Zapfstelle zum Fass kann über einen Anschlussschlauch erfolgen. Somit wird ein Einlauf ohne künstlichen Druck ermöglicht. Im Fass kann eine Förderpumpe, die sich je nach Wasserstand ein- und ausschaltet, eingesetzt werden, um den Sauerborn nach oben zu pumpen. Zu bedenken ist, dass hierdurch unweigerlich ein Teil der Kohlensäure durch die Umwälzung verloren geht."

Außenzapfstelle 2005Bild: Außenzapfstelle (Quelle: Bernhard Rompel)

Nach dem beratenden Beschluss des Ortsbeirates wurde letztendlich dieser Plan an die Stadt weitergeleitet. Der Rat der Stadt entschloss sich darauf hin, von der vorgeschlagenen Möglichkeit Gebrauch zu machen. Die Fa. Schang wurde entsprechend beauftragt. Eine Pumpstation sollte in einem Fass installiert und an eine der vorhandenen Zapfstelle angeschlossen werden.

So wurde im Oktober 2005 ein provisorisches Abfüllbecken vor dem ehemaligen Zugang zum Brunnenoval aufgestellt. Damit dort ein Zapfen möglich war, lief der Sauerborn zunächst in ein Plastikfass von ca. 80 Liter Inhalt unten im Füllschacht. Darin war eine spezielle Förderpumpe angebracht, die das Wasser über eine nach oben angebrachte Leitung hinauf förderte. Oben lief es aus einer neu aufgestellten Zapfstelle, über die der Sauerborn nun abgefüllt wurde.

Installtion des Plastikfasses im Jahr 2005Man war davon überzeugt, damit eine ideale Lösung gefunden zu haben, da der Gang nach unten zur vorigen Zapfstelle entfällt. Es sah zunächst danach aus, dass die neue Zapfmöglichkeit eine gelungene Maßnahme darstellt. Besonders für ältere Leute bedeutete es eine große Erleichterung. Leider stellten die Sauerbornholer nach und nach fest, dass ein Teil der Kohlensäure durch die Umwälzung auf der Strecke blieb. Ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten besagte jedoch, dass die Qualität des Sauerborns die Gleiche sei.

Zudem hatte man nicht an die eisenhaltige Verschlammung gedacht, die sich kontinuierlich auf dem Fassboden absetzte. Die darin angebrachte Saugpumpe bekam damit des Öfteren Probleme, indem sie sich zusetzte. Laufstörungen und Ausfälle waren die Folge. Im Winter 2005/2006 vermehrten sich die Ursachen witterungsbedingt. So frohr die Leitung nach oben ein. Ein Zapfen war nicht mehr möglich. Laufende Unkosten kamen durch die zahlreichen Betreuungs- und Säuberungsarbeiten hinzu.

Auf all diese Probleme hatte Bernhard Rompel bereits in der damaligen Sitzung des Ortsbeirates, als die Idee des Pumpvorgangs aufkam, schon hingewiesen.

Es gab Diskussionen, wie weiter verfahren werden sollte. Das Zapfen oben war zwar bequemer, aber was nutzte es, wenn der Sauerborn nicht mehr schmeckt. Daher wurde von verschiedenen Seiten an die Politik appelliert, den alten Zustand mit der Zapfstelle unten im Oval wieder herzurichten. Schließlich war und ist der Sauerborn ein Wahrzeichen von Lindenholzhausen und eng mit dem Ort und dessen Geschichte verbunden. Nur wenn das Zapfen unten wieder möglich wäre und der Sauerborn dort auch wieder seinen typischen Geschmack hätte, würde er auch getrunken.

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Umbau und Neugestaltung 2006

Alles änderte sich, als im Jahr 2005 Teile des Podests am oberen Brunnenoval abbrachen und der Zugang gesperrt werden musste. Die Stadtverwaltung plante hierauf, ein neues Podest im Innenbereich der ovalen Öffnung zu erbauen. Mit dieser Lösung wären jedoch alle bestehenden Zapf- und Laufprobleme geblieben.

Darauf legte Bernhard Rompel einen schon 2004 gefertigten und damals auch schon dem Ortsbeirat als Vorschlag zur Sanierung vorgelegten Plan mit einer gut durchdachten Umbauskizze erneut vor. Dieser wurde nunmehr mit Interesse aufgenommen, da ein verkürzter Zugang nach unten vorgesehen war. Die bisherigen drei Gehstufen zum Podest aufwärts und auch die ersten fünf Stufen abwärts fielen nach dieser Planung weg, was zur Erleichterung des Holens führt.

Plan von Bernhard Rompel zum Umbau des Sauerbrorn im Jahr 2006Bild: Plan von Bernhard Rompel zum Umbau des Sauerbrorn 2004 (Quelle: Bernhard Rompel)

Ortsbesichtigung am 08.05.2005Bild: Ortsbesichtigung am 08.05.2005 (Quelle: Bernhard Rompel)

Davon waren letztlich dann alle überzeugt. Bei einer Ortsbesichtigung, die zum 08.05.2005 einberufen wurde, waren unter anderem Vertreter der Stadt, des Bauhofs und Stadträtin Frau Täpper anwesend.  Ihnen legte Bernhard Rompel den Umbauplan mit Skizze zur Einsicht vor und erklärte das Vorhaben laut Skizzenzeichnung.

Im Planvorschlag sind folgende Umbaumaßnahmen enthalten: Die vordere Aufgangstreppe wird mitsamt dem maroden Podest gänzlich abgemeißelt und entfernt. Ein neuer Zugang, der nach hinten verlegt wird, führt direkt zur Gittertreppe hinein. Dazu muss die ovale Mauerumrandung ein Stück aufgebrochen werden. Die Tiefe des Aufbruchs bestimmt die fünfte Gitterstufe von oben, denn die obersten fünf Stufen fallen komplett weg. Diese werden laut Planung eingespart. Der Ab- und Aufgang verkürzt sich infolgedessen und der Treppenweg zur Zapfstelle wird verringert. Insgesamt werden acht Stufen eingespart.

Auf die aufgebrochene Mauer wird ein neues Podest aufgesetzt. Dieses ragt zu 1/3 nach innen und 2/3 nach außen. Es wird außen mit einem Unterfundament versehen und komplett aufbetoniert. Es sorgt für einen bequemen und sicheren Zu- und Abgang zur verkürzten Treppe.

Von dort wird ein Fußweg zur Anfahrtsstraße als neuer Zugang angelegt. Als Ergänzung ist ein zweiter, kostenaufwändiger Planvorschlag enthalten. Er sieht vor, die gesamte obere Mauer rundherum abzubrechen bis hin zu dem Riss, der im Laufe der Jahre entstanden ist. Dieser liegt, von der oberen Mauer gesehen, ca. 1,40 Meter tief. Hierbei erübrigt sich, wie beim vorigen Plan vorgesehen, die Mauer zur gekürzten Treppe aufzubrechen. Die entstehenden Kosten sind jedoch höher, da die abgebrochene Mauer wieder aufbetoniert werden muss.

Diesen Vorschlag hatte Bernhard Rompel schon vorher im Rahmen einer früheren Beratungsbegehung vorgebracht. Anwesend hierbei war unser Bürgermeister Martin Richard, der sich zu diesem Plan folgende Äußerung nicht verkneifen konnte: „Der Rompel mach ja wieder Vorschläge, wer soll dott da bezohle“.

Im Sommer 2006 Später wurde der Sauerborn saniert. Auf Anregung von Kurt Weihrauch, wurde auch noch ein Pavillon über das Brunnenoval gebaut. Die Gesamtkosten des Umbaus beliefen sich auf 36.000 EUR. Am 02.11.2006 übergab Bürgermeister Martin Richard von der Stadt Limburg a.d. Lahn den Sauerborn wieder offiziell an die Bevölkerung von Lindenholzhausen.

Dies kann man als zweite Rettung des ursprünglichen Sauerborn bezeichnen.

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Probleme und dritte Rettung 2007
Im August 2007 kommt es zu Problemen: Der Sauerborn läuft - wenn überhaupt - nur noch schubweise. Zeitweise läuft er über eine Stunde nicht und manchmal lassen sich nach einer solchen Pause nur wenige Flaschen zapfen. Die NNP schreibt am 08.09.2007: "Der Brunnen 'Sauerborn' in Lindenholzhausen führt kein Wasser mehr ...". Wie schon in vergangener Zeit, nimmt sich Bernhard Rompel der Sache an und stellt fest, dass der natürliche Eigendruck durch die im Sauerborn vorhandene Kohlensäure nicht mehr ausreicht, um bis zur bisherigen Höhe des Auslaufs der Zapfstelle zu drücken.

Zapfstelle im Brunnenoval 2007Bild: Zapfstelle im Brunnenoval 2007 (Quelle: Bernhard Rompel)

Er verkürzt daraufhin am 18.09.2007 das Zapfrohr um einige Dezimeter, bis der Sauerborn gerade wieder von selbst ohne Aussetzer läuft. Allerdings lässt es die geringe Höhe nicht mehr zu, größere Wasserflaschen unter den Auslauf zu stellen. Daher wird zunächst ein Schöpfbecher angebracht.  Leider kamen diese kurze Zeit später abhanden. Zudem machte Bernhard Rompel den Vorschlag die Pumpe im unteren Stockwerk höher zu hängen, in der Hoffnung, dass das in diesem Stockwerk stehende Wasser einen gewissen Gegendruck bewirkt, der den Sauerborn wieder höher steigen lässt. Der Ortsbeirat behandelt dies am nächsten Tag auch in seiner Ortsbeiratssitzung. Als Vorschlag wurde zudem festgehalten, dass die Stadt einen Geologen heranzieht, der zusammen mit den älteren Mitbürgern, die sich mit dem Brunnen auskennen, eine Strategie entwerfen soll. Alles Weitere bleibt abzuwarten.

So titelte das Weilburger und Nassauer Tageblatt am 23.09.2007: "Gesundbrunnen" in Lindenholzhausen war versiegt /Rätselraten um die Ursache. Im Artikel von Dieter Fluck konnte man u.a. folgendes lesen: „… Aber inzwischen fließt das Wasser wieder aus dem Lindenholzhäuser Sauerborn - dank Bernhard Rompel. Der Rentner aus "Hollesse", ein ehrenamtlicher Helfer im Dorf, hatte das Problem zur Chefsache gemacht. Der 74-Jährige überlegte die physikalischen Gesetzmäßigkeiten, schnitt das Zulaufrohr kurzerhand einige Dezimeter ab und schon lief das Wasser ...“.

Wichtig ist jedoch, dass der Brunnen wieder läuft!

Ein unbekannter Lindenholzhäuser brachte daraufhin das unten abgebildete Schild an:

Schild eines Unbekannten am Sauerbron im Jahr 2007

In Bezug auf unser Wahrzeichen, dem Linholleser Kruggelche, ist an dem Sauerborn vieles schlecht und unüberlegt gemacht worden. Aber Gott sei Dank auch vieles wieder erfolgreich korrigiert worden, worauf wir stolz sein können. Wir hoffen, dass er uns noch lange erhalten bleibt!!!

Einen wichtigen Hinweis für die Zukunft soll an dieser Stelle noch festgehalten werden: Sofern es künftig wieder einmal notwendig werden sollte, den unteren Bereich des Sauerborns auszupumpen, so darf der Pumpvorgang nur kurz andauern. Der vorhandene Gegendruck ist unbedingt notwendig, um die Fassungsdichtigkeit aufrecht zu erhalten. Aus diesem Grund ist es wichtig, den abgesetzten Schlamm zusammen mit einem großen Teil Wasser zu belassen und nicht gänzlich zu leeren. Jede andere Behandlung ist schädlich für den Sauerborn und kann zu dessen Versiegen führen.

Dies kann man als zweite Rettung des ursprünglichen Sauerborn bezeichnen.

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Der Sauerborn im Jahr 2009
Sauerborn in Lindenholzhausen im Jahr 2009

Bilder: Sauerborn im Jahr 2009 (Quelle: Bernhard Rompel)
Wichtig ist, dass der Brunnen wieder läuft!

Besorgniserregend sind jedoch die Schmierereien an den Wänden, die gerade erst neu gestrichen wurden. Daher ergeht ein Aufruf an alle: Haltet den Sauerborn sauber und in Ehren; er ist ein Aushängeschild von Hollesse!

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