Hinweis: Verwendung der Artikel der Nasauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.
... Das ist zwar damit immer noch kein Steilhang, aber deutlich mehr als die in einer Richtlinie genannten 2,5 Prozent. Und wenn so ein Gefälle auf einer Straße auftritt, dann gibt es meist auch Warnschilder.
Licht geht es vor allem darum, dass ein Bürgersteig mit einer Querneigung von 14,66 Prozent einfach gefährlich ist. Gefährlich für Menschen, die mit einem Rollator oder Rollstuhl unterwegs sind. Und für Kinder auch, die mit ihren Laufrädern oder Bobby-Cars möglicherweise auch Gefahr laufen, direkt auf die Straße zu rollen.
Der neue Bürgersteig entlang der B 8 (in Fahrtrichtung Niederbrechen) vor der Tankstelle hat es bis in die Stadtverordnetenversammlung geschafft. Als Anfragen von Peter Licht, warum eine solche Querneigung überhaupt gebaut worden ist und wer die Kosten einer möglichen nachträglichen Änderung trägt?
Das Problem ist im Rathaus bekannt, wie die Erste Stadträtin Babette Täpper (CDU) einräumte. Und der aktuelle Zustand des Gehwegs sei nur eine Zwischenlösung. Mittelfristig solle die Tankstellenfläche in Absprache mit dem Betreiber zum Gehweg hin angepasst werden, machte Täpper deutlich. Wird das Höhenniveau der Tankstelle gesenkt, dann liegt auch der Bürgersteig tiefer und muss vom Fahrbahnrand aus nicht eine so deutliche Höhendifferenz überwinden.
Warum das nicht gleich so gemacht worden ist, hängt nach Angaben Täppers mit der schwierigen Situation zusammen. Schwierig, weil der Zeitrahmen für die Sanierung für den Kanal und die Erneuerung der Ortsdurchfahrt überaus gestrafft ist und es sehr enge Fristen gibt, in denen die Baustelle abzuwickeln ist. Und auf die Schnelle lässt sich das Problem nicht lösen, so der klare Hinweis. Die nachträglich entstehenden Kosten werden nach ihren Angaben nicht auf die Anlieger umgelegt.
Eine Lösung sei natürlich im Vorfeld der Straßen- und Kanalbauarbeiten gesucht worden. Dass es an dieser Stelle schwierig wird, sei durch die herausgehobene Lage der Tankstelle von vornherein klar gewesen. Die Tankstelle liegt deutlich höher als alle anderen Grundstücke. Nach Angaben der Ersten Stadträtin ist auch versucht worden, mit dem Eigentümer der Tankstelle eine Lösung zu finden. Dass dieser jedoch darauf bestanden habe, dass die Zufahrt zur Tankstelle auch künftig ohne Bordsteinaufkantung auskommt, habe die Situation verschärft. Eine Situation, die ohnehin schon problematisch war, da es bei der Neuplanung nicht gelungen sei, die vorhandenen Höhenunterschiede zwischen Fahrbahn, die eine Mindestquerneigung aufweist, und Tankstelle auszugleichen.
Der Bereich ist gerade neu vermessen worden, wie Marco Gräb vom Amt für Straßen- und Verkehrswesen in Dillenburg auf Anfrage mitteilte. Die Tankstellenzufahrt soll angepasst werden, so das Ergebnis. Wie Gräb weiter sagte, hat der Bürgersteig laut Plan eine Querneigung von drei Prozent. In der Praxis allerdings nicht. Er vermutet, dass sich die Höhendifferenz, die sich zuvor mit großer Wahrscheinlichkeit mit auf die Fahrbahn verteilt hat, nun komplett auf den Gehweg übertragen wurde. Eine Absenkung der kompletten Fahrbahn habe es nicht gegeben, widerspricht Gräb Vermutungen in dem Ort.
Knifflig ist es auch noch etwas weiter zum Ortsausgang in Richtung Niederbrechen hin. Dort gibt es einen behindertengerechten Überweg. Der Fußgängerweg ist allerdings nur knapp über einen Meter breit, so der Hinweis von Peter Licht. Auch dabei seien Kompromisse einzugehen gewesen, die übrigens mit allen zuständigen Fachbehörden abgesprochen wurden, machte die Erste Stadträtin deutlich. Die baulichen Vorgaben und die bestehenden Verhältnisse könnten nicht aufgehoben werden. Dennoch sollte eine Verbesserung erreicht werden. Das sei auch geschehen, denn es gebe nun eine Hilfe, um die Straße zu überqueren. jl
Die Wasserwaage beweist es: Der neu gepflasterte Gehweg in Höhe der Lindenholzhäuser Tankstelle hat mit rund 15 Prozent ein zu starkes Gefälle. Foto: Laubach
