Verurteilt wegen Untreue
... Die Richter befanden den 55-jährigen Angeklagten für schuldig, das Bistum Limburg um rund 2,7 Millionen Euro geschädigt zu haben. Das Gericht warf ihm Untreue in 362 Fällen vor.
Der Vorsitzende Richter sagte in der Urteilsbegründung, wegen des großen öffentlichen Interesses an dem Fall sei es schwierig gewesen, eine angemessene Strafe zu finden. Der ehemalige Kassenverwalter des Bistums Limburg sei bei den Taten über viele Jahre hinweg mit "erheblicher krimineller Energie" vorgegangen. "Der Angeklagte hat wirklich den Hals nicht voll bekommen können." Dabei habe er auch ein großes Maß an Anmaßung und Dekadenz gezeigt.
Strafmildernd habe sich aber ausgewirkt, dass der ehemalige Rentamtsleiter nicht vorbestraft sei und früh ein Geständnis abgelegt habe. Zudem habe er wegen des Ansehensverlusts selbst erhebliche Folgen zu tragen. Kein Rolle habe dagegen für das Strafmaß gespielt, dass ihm die Taten wegen mangelnder Kontrolle leicht gemacht worden seien.
Der ehemalige Kirchenmitarbeiter, der über Jahrzehnte ein Doppelleben führte, hatte im Prozess gestanden, in den Jahren 2004 bis 2009 regelmäßig Geld vom Konto des Bistums für private Zwecke abgehoben zu haben.
Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten gefordert, da der Angeklagte seine Vertrauensstellung im Rentamt grob missbraucht habe. Die Verteidigung hatte auf eine Freiheitsstrafe von vier Jahren plädiert. (ddp/dpa)
