Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.
Bild: Margot Gress, Erste Vorsitzende des Rassegeflügelzuchtvereins Lindenholzhausen, erklärt an diesem Hahn die rassetypischen Merkmale, auf die Preisrichter achten. Fotos: Koenig (2) «Unsere Ausstellung kann sich wirklich sehen lassen», sagt Margot Gress, Erste Vorsitzende des Rassegeflügelzuchtvereins Lindenholzhausen. «Damit die Besucher aber auch einmal die Gelegenheit haben zu vergleichen, haben wir diesmal neben unseren besten auch ein paar ,B-Tiere‘ ausgestellt». Die Fachliteratur schreibe genau vor, welche rassespezifische Merkmale ein Tier erfüllen müsse, erläutert Margot Gress, während sie einen Hahn aus dem Käfig holt. Das Tier erhielt am Vormittag von den Preisrichtern lediglich die Bewertung «befriedigend». Ein am Ausstellungskäfig angebrachter Zettel verrät die Details der Wertung. Mit dem Finger berührt die Züchterin die roten Hautläppchen unterhalb des Schnabels. «Sehen Sie, die sind am Rand ausgefranzt und außerdem befindet sich ein Knubbel unter dem Schnabel.» Vermutlich seien dies Folgen eines Kampfes mit einem anderen Hahn.
Die Würdigung der Zuchterfolge stand an diesem Nachmittag für die Vereinsmitglieder und Ehrengäste im Vordergrund. Denn auch in diesem Jahr bescheinigten die Preisrichter den Züchtern aus Lindenholzhausen und Eschhofen «eine hohe Qualität» der ausgestellten Tiere. Sieben Mal vergaben sie die Höchstnote «vorzüglich». Die erfolgreichen Züchter waren Hans Werner Scheuermann, Rheinhold Gross, Josef Gress, Herbert Geis, Günter Weil und Egbert Bendel. 16 Mal gab es die Note «hervorragend» und 119 Mal «sehr gut». Die Leistungspreise des Wettbewerbs errangen die Züchter Hans Werner Scheuermann, Reinhold Gross und Josef Gress.
Neben den züchterischen Erfolgen beschäftigte die Anwesenden das ausbleibende Interesse Jugendlicher an der Rassegeflügelzucht. «Den Wert eines Menschen erkennt man zuverlässig daran, was er mit seiner Freizeit anfängt», zitierte Dr. Erhard Heinz, Ministerialrat aus dem Landwirtschaftsministerium, den österreichischen Schriftsteller Karl Heinrich Waggerl. Es sei daher wichtig, junge Leute an das schöne Hobby Kleintierzucht heranzuführen. Vielleicht kann sich dann auch manch angehender Jungzüchter ein Beispiel an Paul Fachinger nehmen, der für seine 35-jährige Mitgliedschaft beim Rassegeflügelzuchtverein Lindenholzhausen geehrt wurde. «Mit 87 Jahren unser ältestes Mitglied, aber immer noch fit, wie ein Turnschuh», vermerkte Margot Gress mit einem Lächeln. koe
