Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.
Südumgehung: Liberale fordern Netzfall-Untersuchung der Trassenführung über Linter und Lindenholzhausen
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Die Variante 3 der Limburger Südumgehung soll nach dem Willen der FDP-Fraktion noch einmal zum Thema werden. Eigentlich galt die Variante wegen ihrer Kosten und der zu geringen Verkehrsentlastung als abgehakt.
Die Variante 3 der Südumgehung, die von Diez kommend an Linter vorbei führt und dann in Richtung Lindenholzhausen verläuft, ist schon lange die Lieblingsvariante der FDP. Denn dadurch ist es möglich, eine Art Verkehrsring um Limburg herum zu führen. Die Variante 3 führt nicht nur zur Autobahn, sondern auch zur B 8 (mit Umgehung) und von dort weiter über Eschhofen. Die Lücke zur B 49 ist mit dem Bau der Dehrner Teilortsumgehung auch kleiner geworden.
Gesamt-Untersuchung
Die Fraktionsvorsitzende Marion Schardt fordert mit ihrem Antrag, der am Montag, 14. März, in der Stadtverordnetenversammlung beraten wird, nicht die Aufnahme einer konkreten Planung, sondern eine Netzfall-Untersuchung. Der Magistrat soll damit kurzfristig zur Gesamt-Verkehrsuntersuchung den Planfall berechnen lassen, bei der die Variante 3 bei Lindenholzhausen direkt an die Autobahn angebunden werden kann.
Marion Schardt hält neue Überlegungen für diese Variante für dringend geboten, da sich die Untersuchungen für die derzeit diskutierte Variante 1 mit einer Umfahrung von Blumenrod immer weiter hinauszögere und durch die bestehenden Probleme mit dem Grundwasser auch immer höhere Kosten verursache. Damit bestehe die Gefahr, dass die Alttrasse durch Blumenrod wieder stärker in die Überlegungen rücke. «Nachdem die Politik diese Trasse über Jahrzehnte verschlafen hat, ist dies keine Umgehungsstraße mehr, sondern eine Stadtautobahn», schreibt Schardt in ihrem Antrag. Und 50 Millionen Euro dafür auszugeben, das hält sie für verantwortungslos.
In ihrer Begründung verweist die Fraktionsvorsitzende auf das Bundesverwaltungsgericht, nach dessen Rechtsprechung eine sorgfältige und fehlerfreie Abwägung vor einer Trassenentscheidung die vertiefende Untersuchung aller in Betracht kommender Varianten verlangt. Die Variante 3 sei bisher nur geradezu fahrlässig und oberflächlich untersucht worden, sagt Marion Schardt. Außerdem könne die Zeit der Untätigkeit, die ohnehin gerade in Sachen Südumgehung herrsche, mit einer solchen Untersuchung sinnvoll genutzt werden.
Die bisherige Verkehrsuntersuchung unterstellte, dass kein Anschluss der Umgehung an die A 3 möglich ist. Dabei bringe gerade ein solcher Anschluss eine ganz erhebliche Entlastung für Linter und sei zudem ein attraktives Angebot für alle aus dem Rhein-Lahn-Kreis und für den Schwerverkehr. Deshalb soll zunächst auch nur untersucht werden, welche Verkehrsentlastung im Fall eines Autobahnanschluss bei Lindenholzhausen möglich ist. Eine solche Untersuchung nimmt nach Angaben von Marion Schardt gerade einmal ein bis zwei Monate in Anspruch und schlage mit Kosten in Höhe von rund 4500 Euro zu Buche. Also Kosten, die nur einen Bruchteil der derzeit laufenden hydrologischen Gutachten für die Variante 1 betragen.
Auch das bisherige Ausschlusskriterium FFH-Gebiet will Marion Schardt nicht gelten lassen. Hierbei seien zunächst einmal alle Bereiche intensiv zu untersuchen, die für eine Abwägung wichtig sind. Erst dann sei eine der Rechtsprechung genügende Gesamtabwägung möglich. Dabei sei auch zu berücksichtigen, ob nicht der Biotopschutz durch anderweitige Abhilfen und Ausnahmen gewährleistet werden könne. jl
Artikel vom 21. Februar 2011, 20.40 Uhr (letzte Änderung 22. Februar 2011, 04.36 Uhr)
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