Hinweis: Verwendung der Artikel der Nasauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.
... «Das Ergebnis ist eine Bestätigung meiner Arbeit», zeigte sich Martin Richard am Ende eines langen Wahlabends zufrieden. «50 Prozent plus X» hatte er als Ziel beim Bürgerforum der NNP angegeben. Und er weiß natürlich auch, dass es in den vergangenen Monaten auch für ihn einige knifflige Punkte gab. Kurz nach 22 Uhr verließ er das Rathaus und fuhr nach Offheim, wo rund 200 Gäste warteten.
Zwar zeichnete sich frühzeitig der Erfolg ab, aber ab 20.03 Uhr tat sich erst einmal gar nichts mehr. Bei 57,7 Prozent (Richard) zu 42,3 Prozent (Hahn) wurde das Ergebnis erst einmal eingefroren. Das Ergebnis der drei Briefwahl-Wahllokale ließ auf sich warten.
«50 plus, das war schon mein Ziel. Ich trete nicht an, um auf Platz zu spielen. Aber mit dem Ergebnis bin ich trotzdem sehr zufrieden», sagte der unterlegene Einzelkandidat Hahn. «Der sehr engagierte Wahlkampf hat sich ausgezahlt. Es ist eine gute Basis für die Zukunft. Sechs Jahre können lang sein, aber es ist auch eine ausreichend lange Zeit, um etwas aufzubauen», sagte Hahn und ließ damit durchblicken, dass für ihn eine Kandidatur in sechs Jahren überaus denkbar ist.
Dass es für Bürgermeister Martin Richard (CDU) kein triumphales Wahlergebnis werden würde, zeichnete sich gestern Abend früh ab. 18.42 Uhr – im Rathaus, wo sonst die Stadtverordnetenversammlung stattfindet, wurde das Ergebnis der Leo-Sternberg-Schule II mit einem Laptop an die Wand projiziert. 60,6 Prozent für Richard, 39,4 Prozent für Hahn: erste Verluste für den Bürgermeister.
Kurze Zeit später gab es sogar ein Raunen im Saal: Als drittes Ergebnis wurde das Resultat im Wahllokal Josef-Kohlmaier-Halle eingeblendet: fast 54 Prozent für Hahn. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Rompf feixte: «Dann können wir ja künftig den Ortsbürgermeister für die Altstadt stellen.»
«Ich bin schon etwas gedrückt», kommentierte der aus Staffel stammende CDU-Stadtverordnete Gerhard Stamm das Ergebnis aus dem Stadtteil, das Hahn vorne sieht. Später musste sich Stamm auch noch leichte Häme vom CDU-Landtagsabgeordneten Helmut Peuser gefallen lassen, der früher einmal Stadtverbandsvorsitzender in Limburg war. Der CDU-Fraktionsgeschäftsführer Dieter Nink reagierte da schon gelassener. In der Gesamtrechnung führte Martin Richard klar. Und: «Mehrheit ist schließlich Mehrheit.»
Ulrich Maria Werner von den Grünen sah dies allerdings ganz anders. «Wenn er keine 60 Prozent holt, dann ist das ein Denkzettel für den Bürgermeister», sagte er.
Die Tagespolitik zeigte sich auch bei einigen Ergebnissen: In Neu-Blumenrod (Gemeindezentrum) kam Hahn auf fast 59 Prozent, sein bestes Ergebnis neben Staffel mit 60,6 Prozent. Die Südumgehung lässt grüßen. Dafür gab es in den Wahllokalen Kästner-Schule, Thüringer Straße und Dessauer-Schule deutlich schlechtere Ergebnisse. Dort wählten die Alt-Blumenröder.
Dass der Bürgermeister in Offheim wohnt, zeigt sich mit Blick auf das Wahlergebnis: 76,6 Prozent holte der Amtsinhaber dort, sein mit Abstand bestes Ergebnis am gestrigen Abend. Über 60 Prozent holte Richard in Alhbach (62,5) und Eschhofen (63,8 Prozent). Ganz knapp war es in Linter. Mit 50,4 zu 49,6 Prozent setzte sich der Amtsinhaber durch, das sind sieben Stimmen mehr. jl

Gratulation für den Amtsinhaber Martin Richard (links), Anerkennung für den unterlegenen Herausforderer Dr. Marius Hahn. Foto: Trost
Das Webteam von Hollese schließt sich den Glückwünschen an.
