Runkel-Dehrn. Das Drei-Königs-Konzert zum 85. Jubiläum des Kirchenchores St. Nikolaus Dehrn am Sonntagnachmittag in der Pfarrkirche stand noch ganz im Zeichen des Weihnachtfestes ...

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Gelungenes Drei-Königs-Konzert zum 85-jährigen Bestehen des Kirchenchors Dehrn

Der Dehrner Kirchenchor wie auch das Ensemble BlechKultur gaben eine beeindruckende Vorstellung. Foto: ZimmermannBild: Der Dehrner Kirchenchor wie auch das Ensemble BlechKultur gaben eine beeindruckende Vorstellung. Foto: Zimmermann

Das hatte seinen guten Grund, wie Präses Pfarrer Friedhelm Meudt erläuterte. «Wir wollen die Feste nicht schon beiseiteschieben, wenn sie noch gar nicht vorbei sind», sagte er und verwies darauf, dass Weihnachtsbaum und Krippe einer alten kirchlichen Tradition zufolge bis zum Lichtmesstag am 2. Februar noch ihren Platz in der Kirche haben.

An dem musikalisch gelungenen Konzert wirkten weitere Chöre aus dem Pastoralraum mit: der Sängerchor «Cäcilia» der Lubentiuskirche Dietkirchen unter Leitung von Johannes Albrecht, der Kirchenchor St. Jakobus Lindenholzhausen unter Leitung von Klaus Knubben sowie das Ensemble «BlechKultur» unter Leitung von Kai Tobisch.

Feinste Leckerbissen

Sängerisch stand das Konzert auf hohem Niveau, das machte gleich zu Anfang der gastgebende Chor unter Leitung von Dirigentin Anja Stahl deutlich. Im Arrangement von John Rutter gab der Dehrner Kirchenchor Georg Friedrich Händels «Joy to the world» rhythmisch bewegt und mit schönem, harmonischem Klang, begleitet von Orgel (Michael Demel) und Trompete. Dieses Stück war die passende Fortsetzung des zuvor als Konzerteinstimmung von «BlechKultur» in strahlendem Bläserklang mit schönen Phrasierungen gespielten «Trumpet Voluntary» von Jeremiah Clarke. Einen musikalischen «Leckerbissen» der feinsten Art gaben die Dehrner Sängerinnen und Sänger mit dem Lied «Die Könige» von Peter Cornelius. Solist Markus Schwarz sang mit seinem ausdrucksvollen Bassbariton die Geschichte der Heiligen Drei Könige, über die der Chor als cantus firmus das bekannte Lied «Wie schön leuchtet der Morgenstern» intonierte, ein reizvoller Kontrast, bei dem Solist und Chor sehr gut miteinander harmonierten.

Mit bekannten deutschen Weihnachtsweisen begeisterte der Sängerchor Cäcilia und präsentierte sich mit sehr feinem, homogenem Klang. In durchaus schnellem, aber niemals hastendem Tempo brachte er «Freu dich Erd und Sternenzelt», «Der Heiland ist geboren», «Wie schön leuchtet der Morgenstern» und «Es wird ein Stern aus Jakob aufgehn» und ließ so die bekannten Lieder wie neu gehört erklingen. Besonders eindrucksvoll war der Mendelssohnsche «Heiland», von dem dankenswerterweise alle Strophen gesungen wurden. Die Frauen- und Männerstimmen hielten die musikalische Spannung von Anfang bis zuletzt und glänzten mit einem abgerundeten Klang, der aufs Schönste zeigte, was guten Chorgesang ausmacht.

Gleiches gilt für den Kirchenchor St. Jakobus, der gleich mit dem eher fröhlich als demütig von Hans Leo Hassler in Töne gesetzten «Kyrie» aus dessen «Missa secunda» eine Probe seines großen Könnens gab, insbesondere in den Fugato-Passagen, die mit Elan sehr frisch dargeboten wurden, ohne dass die Sprachverständlichkeit gelitten hätte. Zurückgenommen und mit Emotion dann das «O sacrum convivium» (O heiliges Gastmahl), dem das «Adeste fideles» (Herbei, o ihr Gläub‘gen) dynamisch differenziert, mit emphatischen Phrasierungen folgte.

Zuvor hatte das Bläserensemble «BlechKultur» drei Sätze aus Händels Feuerwerksmusik in durchaus virtuoser Manier gegeben, von Trompeten, Posaunen, Hörnern und Tuba sauber und intoniert und transparent dargeboten. Der spezielle Bläserklang gab auch den folgenden Airs und Dances von John Dowland, dem «Christmas Song» von Mel Tormé und dem traditionellen französischen Weihnachtslied «Ding Dong Merrily on High» (Gloria in excelsis) aus dem 16. Jahrhundert seinen besonderen klanglichen Reiz. Mit Variationen zu «Vom Himmel hoch» beschloss «BlechKultur» seinen gelungenen, insgesamt aber doch etwas zu langen Auftritt erfolgreich ab.

Alle Chöre zusammen intonierten unter Leitung von Klaus Knubben dann das Weihnachtswiegenlied von John Rutter, und es klang so, als ob die Chöre schon immer in dieser Formation gesungen hätten, so differenziert, dynamisch fein ausgewogen und stimmig wurde dieser Weihnachtshit intoniert. Das Konzert klang aus mit dem «Tochter Zion» aus Händels Oratorium «Judas Makkabäus», das von allen beteiligten Chören, BlechKultur, der Orgel und zum Schluss von allen Zuhörern gesungen wurde. Ein würdiger Schluss für ein sehr gutes, gelungenes Konzert, mit dem das 85. Chorjubiläum des Dehrner Kirchenchores lange in Erinnerung bleiben wird. htz (htz)

Artikel vom 25. Januar 2011, 19.00 Uhr (letzte Änderung 26. Januar 2011, 04.24 Uhr)

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