Limburg-Lindenholzhausen. Die Planungen für die B8-Umgehung in Lindenholzhausen haben eine neue Stufe erreicht ...

Dicht an der ICE-Trasse und der A3

Im gut besuchten Bürgerhaus stellten Stadt Limburg, Hessen Mobil und Fachplaner die Variante 1, Planfall 1, vor - jene Trassenführung, die dem Bundesverkehrsministerium als Vorzugsvariante übergeben werden soll. Diese verläuft teils eng entlang der bestehenden Verkehrsachsen von ICE und Autobahn. Bis zum Bau der Umgehung wird jedoch noch Zeit vergehen.

Warum diese Variante nach einem intensiven Vorplanungsprozess mit Gutachten, Verkehrsmodellen und Umweltprüfungen ausgewählt wurde, erläuterten die beteiligten Planungsbüros. Sie stellt den besten Kompromiss zwischen Verkehrsverbesserung, Anwohnerentlastung und ökologischen Anforderungen dar. Bei der Stadt koordinieren Mario Schöberl und Muyessire Laux (Verkehrsplanung) das Projekt.

Die Trasse führt von Niederbrechen in einem Bogen durch landwirtschaftlich genutzte Flächen zur ICE-Trasse, verläuft südlich des Stadtteils entlang und nähert sich dann, nach Passieren der gewerblichen Bebauung, wieder der bestehenden B8. Der Anschluss erfolgt nicht an der bisherigen Einmündung bei Eschhofen, sondern etwas weiter in Richtung Limburg.

Wie Ralf Struif von Hessen Mobil betonte, erfüllt diese Trassenführung zentrale Ziele: schnelleren Verkehrsfluss, weniger Staus und bessere Entlastung der Autobahn - sowie für die Bevölkerung mehr Lebensqualität, Sicherheit und geringere Lärm- und Schadstoffbelastung in der Ortsdurchfahrt.

In der Vorplanung wurden vier Varianten geprüft, darunter auch eine nördliche Umgehung, die jedoch früh verworfen wurde - aufgrund längerer Strecke, weniger Entlastung und verfehlter Planungsziele, wie Gina Schäpers (Durth Roos Consulting) erklärte. Im Fokus standen daher drei südliche Varianten. Die Alternativen 2a und 2b hätten die Brunnenstraße genutzt, was durch ihre Ortslage und den Bedarf an Gehwegen sowie privaten Flächen nachteilig war. Variante 1 verzichtet darauf und wurde daher vertieft untersucht.

Unterschiede zwischen den Planfällen betreffen nur die Anbindung: Planfall 1 sieht drei Anschlussstellen vor - Richtung Limburg, Mensfelden und Niederbrechen - und erzielt damit die stärkste Entlastung: rund 10.000 Fahrzeuge weniger in der Ortsdurchfahrt. In anderen Planfällen wurde untersucht, wie sich der Verzicht auf einzelne Anschlüsse auswirkt.

Der Vorzugsvariante gingen umfassende Untersuchungen voraus - unter anderem zur Verkehrsprognose, zum Raumwiderstand sowie zur Umweltverträglichkeit. Katja Risto (Ökobüro Gelnhausen) erläuterte, dass insbesondere Tier- und Pflanzenkartierungen lange Beobachtungszeiträume erforderten. Die umweltfachliche Bewertung dauerte von 2022 bis März 2025.

Die schalltechnische Untersuchung von Walter Stankewitz (AFRY Deutschland) zeigte: In der Ortsdurchfahrt wird es durch die Umgehung hörbar leiser. Entlang der neuen Trasse steigt der Lärm, jedoch meist kaum wahrnehmbar, da Geräusche der Autobahn überlagern. Ob Lärmschutz nötig ist, klären spätere Gutachten.

Das Projekt ist im „vordringlichen Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplans 2030. Die Stadt Limburg übernahm 2021 mit Hessen Mobil die Planungshoheit. Frühere Planungen aus den Jahren 2006-2009 konnten wegen veralteter Vorgaben nicht übernommen werden, auch wenn die heutige Vorzugsvariante jener stark ähnelt.

Nach dem nun erreichten Planungsstand folgt ein Sicherheitsaudit. Dann erfolgt die Abstimmung mit Bundes- und Landesverkehrsministerium. Bei Zustimmung ist die Vorplanung abgeschlossen. Stadt und Land müssen sich dann über die weitere Zusammenarbeit einigen, um in den Vorentwurf überzugehen. Die Projektsteuerung und Fachplanungen müssen erneut ausgeschrieben werden.

Nach Angaben von Ralf Struif ist mit einer Realisierung frühestens 2035 zu rechnen - unter optimalen Bedingungen. Verzögerungen seien jedoch wahrscheinlich, und auch nach dem Baurecht steht der eigentliche Bau noch aus.

In der Versammlung gab es Rückfragen zum Bau von Kreisverkehren sowie zur Verkehrsproblematik an der Anschlussstelle Limburg-Süd in Richtung Köln, wo es häufig zu Rückstaus kommt.

 Rund 80 Interessierte hatten sich im Bürgerhaus eingefunden, um sich die Vorzugsvariante für die B8-Umgehung und die damit verbundenen Vorplanungen erläutern zu lassen. Bild: Rund 80 Interessierte hatten sich im Bürgerhaus eingefunden, um sich die Vorzugsvariante für die B8-Umgehung und die damit verbundenen Vorplanungen erläutern zu lassen 

Hinlogo wittich domstadtweis: Verwendung der Artikel mit freundlicher Genehmigung der Wittich Verlage KG, Höhr-Grenzhausen.

 

 

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