Hinweis: Verwendung der Artikel der Nassauischen Neuen Presse mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Societäts-Druckerei.
Bild: Werner Jung-Diefenbach (links) mit seinem Anwalt im Gerichtssaal. ArchivbildDer Bundesgerichtshof habe die verhängte Strafe von sechs Jahren und drei Monaten Haft bestätigt, teilte das Landgericht Limburg am Montag mit.
Der ehemalige Kirchenmitarbeiter, einer Verwaltungsstelle des katholischen Bistums Limburg, hatte über Jahrzehnte Geld unterschlagen und für die eigene Familie ausgegeben. Den Gesamtschaden schätzt das Bistum auf 4,8 Millionen Euro. Viele Fälle sind allerdings verjährt. Das Landgericht hatte den Angeklagten im März wegen 362 Einzeltaten verurteilt.
Jung-Diefenbach: Urteil rechtskräftig
Limburg. Kirchenbetrüger Werner Jung-Diefenbach ist jetzt rechtskräftig verurteilt. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat das Urteil der 5. Strafkammer des Limburger Landgerichts vom 12. März bestätigt und die Revision verworfen. Der BGH erkannte keine Rechtsfehler im Verfahren. Das Urteil – eine Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren und drei Monaten wegen Untreue in 362 Fällen – wird nun vollstreckt.
Werner Jung-Diefenbach, der das Bistum um knapp fünf Millionen Euro betrogen hat, sitzt seit der Festnahme am 9. Oktober 2009 im Limburger Gefängnis – bis gestern in Untersuchungshaft. In diesem Status durfte er beispielsweise normale Kleidung tragen; außerdem hatte er eine Einzelzelle. Der 56-Jährige wird wahrscheinlich noch im Laufe dieser Woche in eine andere Justizvollzugsanstalt «verschubt», wie es im Fachjargon heißt, voraussichtlich nach Butzbach.
Der langjährige Rentamtsleiter hatte jahrelang alle paar Tage 7500 Euro in bar von einem Kirchenkonto abgehoben – insgesamt 362 Mal! Den Schaden beziffert das Bistum auf knapp fünf Millionen Euro, im Prozess ging es nur um 2,7 Millionen, die der Ex-Kassenchef im strafrechtlich relevanten Zeitraum der vergangenen fünf Jahre in die eigene Tasche gesteckt hatte. Der Großteil der Summe ist nach wie vor spurlos verschwunden.
Seit vergangenen Freitag versucht das Bistum durch eine Zivilklage einen Teil des Geldes zurückzubekommen. Bislang hat Jung-Diefenbach den Vollstreckungsbescheid verhindert. hei
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